Arbeitsmarktentwicklung Ernährungsindustrie erstmals seit Langem mit mehr Azubis

Die Nahrungs- und Genussmittelindustrie meldet zum Stichtag 30. September 2024 im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg der Zahl sozialversicherunngspflichtig Beschäftigter um 0,7 Prozent. Erstmals seit 2008 stiegen auch die Auszubildendenzahlen um 3,0 Prozent.

Freitag, 16. Mai 2025, 12:20 Uhr
Thomas Klaus
Die Besetzung offener Stellen bleibt schwierig: Die Vakanzzeit stieg im März sprunghaft auf einen Höchstwert von 223 Tagen an. Bildquelle: Getty Images

Die Nahrungs- und Genussmittelindustrie meldet einen leichten Anstieg der Beschäftigtenzahlen und erstmals seit 2008 steigende Auszubildendenzahlen. Dies geht aus der aktuellen Statistik der Bundesagentur für Arbeit zum Stichtag 30. September 2024 hervor, über die die Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss (ANG) informiert hat.

Fachkräftemangel bleibt große Herausforderung

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Branche wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozent. In den ernährungsspezifischen Berufen, die mehr als ein Drittel der Beschäftigten ausmachen, stieg die Beschäftigung sogar um 1,6 Prozent.

Besonders bemerkenswert entwickelten sich die Auszubildendenzahlen. Zum Stichtag arbeiteten 26.365 Auszubildende in der Branche, was einem Zuwachs von 3,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Allerdings sank die Zahl der Auszubildenden in den ernährungstypischen Berufen, also aus der Produktion und der Technologie, weiterhin um 2,8 Prozent.

Trotz dieser positiven Entwicklungen bleibt der Fachkräftemangel eine große Herausforderung für die Unternehmen. Die Vakanzzeit für offene Stellen erreichte im März 2025 einen Höchstwert von 223 Tagen. Das entspricht einem Anstieg von 7,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Unternehmen benötigen durchschnittlich rund ein Jahr, um eine offene Stelle zu besetzen. Als Folge sank die Zahl der offenen Stellen um 4,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Vereinigung fordert politische Taten

„Mit dem Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung ist die Basis für Wachstum und Fortschritt gelegt. Jetzt müssen den Worten Taten folgen“, so Stefanie Sabet, scheidende Hauptgeschäftsführerin der Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss. Sie fordert unter anderem einen konsequenten Bürokratieabbau, die Stärkung der Tarifautonomie und ein flexibilisiertes Arbeitszeitgesetz. Ferner betonte Sabet, dass die Unabhängigkeit der Mindestlohnkommission gewahrt werden müsse, damit eine wirtschaftlich tragbare Gesamtabwägung beim Mindestlohn gewährleistet werde.

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