Die Stimmung im deutschen Mittelstand stagniert im April. Der Index des KfW-Ifo-Mittelstandsbarometers stieg nur minimal um 0,2 Zähler auf minus 17,4 Punkte, wie die Kreditanstalt für Wiederaufbau mitteilte. Damit liegt der Wert deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt.
Die mittelständischen Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage zwar etwas besser als im Vormonat – so positiv wie seit August 2024 nicht mehr. Die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate verschlechterten sich jedoch. „Im März hatte die Reform der Schuldenbremse die Hoffnung auf einen starken Fiskalimpuls geweckt und für einen sprunghaften Anstieg der Erwartungen gesorgt. Diese neue Hoffnung wurde aber bereits im April von dem eskalierenden Handelskonflikt zumindest teilweise wieder konterkariert“, erläuterte Klaus Borger, Konjunkturexperte bei KfW Research.
Bei den Großunternehmen hellte sich die Stimmung mit einem Plus von 1,0 Punkten auf minus 23,2 Punkte etwas stärker auf als im Mittelstand. Dies lag vor allem an einem besseren Geschäftsklima bei Dienstleistern und im Einzelhandel. Allerdings verschlechterten sich auch hier die Zukunftserwartungen.
Exportwirtschaft verzeichnet deutliche Einbrüche
In der exportorientierten Großindustrie sank das Geschäftsklima dagegen um 2,4 Zähler auf minus 35,1 Punkte. Die Exporterwartungen brachen um das 3,1-Fache einer üblichen Monatsveränderung ein – auf minus 18,8 Punkte. Im industriellen Mittelstand sanken die Exporterwartungen um das 2,9-Fache.
„Die deutschen Unternehmen schwanken zwischen Hoffen und Bangen. Die Veränderungen des Geschäftsklimas variieren stark zwischen den Wirtschaftsbereichen, aber auch zwischen Mittelständlern und Großunternehmen ein- und desselben Wirtschaftsbereichs. Ein derart diffuses Bild ist typisch für eine Wirtschaft, die nach einer Richtung sucht“, teilte Borger mit.
