Nachhaltige Energiegewinnung Nestlé errichtet Solar-Weide für Kühe in Biessenhofen

Der Lebensmittelkonzern Nestlé investiert drei Millionen Euro in eine Photovoltaik-Anlage am Standort Biessenhofen. Die Solarmodule werden so installiert, dass Kühe darunter grasen können. Die Anlage soll ab 2025 ein Viertel des Werksstrombedarfs decken.

Mittwoch, 30. April 2025, 09:37 Uhr
Theresa Kalmer
Angrenzend an das Nestlé Nutrition Werk in Biessenhofen hat Nestlé mit dem Bau einer Agri-Photovoltaik-Anlage begonnen. Bildquelle: Nestlé Deutschland

Nestlé baut in Biessenhofen im Alpenvorland eine Photovoltaik-Anlage, die gleichzeitig als Weide und Schattenspender für Kühe dienen soll. Die Anlage entsteht auf einer 4,74 Hektar großen Fläche neben dem Nestlé Nutrition Werk und soll in der zweiten Jahreshälfte 2025 in Betrieb gehen, wie das Unternehmen mitteilte. Mit einer Spitzenleistung von 4,5 Megawatt kann die Anlage rechnerisch etwa ein Viertel des Werksstromverbrauchs decken, was dem Jahres-Stromverbrauch von 2.000 Einfamilienhaushalten entspricht.

Der Lebensmittelkonzern investiert nach eigenen Angaben rund drei Millionen Euro in das Projekt, das vom Energieunternehmen Baywa realisiert wird. Die sogenannte Agri-Photovoltaik-Anlage wird auf dem Grundstück eines lokalen Landwirts errichtet, der dort einen neuen Kuhstall mit automatisierter Melktechnik für bis zu 65 Kühe und Jungtiere bauen will. Die 7.800 Solarpaneele werden in unterschiedlichen Höhen montiert: Im südlichen Teil auf zwei Metern Höhe für ausgewachsene Kühe, im nördlichen Teil auf 1,80 Metern für Kälber. Der Abstand zwischen den Reihen beträgt 3,30 Meter, wodurch die jährliche Heuproduktion mit Traktor und Mähwerk weiterhin möglich bleibt.

„Die Art der geplanten hybriden Flächennutzung zeigt, dass wir die Bedürfnisse von Unternehmen, Tieren und Umwelt in Einklang bringen können“, zitierte das Unternehmen Jörg Schmitt, Environment & Sustainability Manager für die deutschen Produktionsstandorte. Der Landwirt Gerhard Metz betonte in der Mitteilung: „Kühe brauchen ausreichend Schatten an den zunehmend heißen Tagen, den sie durch die PV-Anlage bekommen können.“ Die Landrätin des Landkreises Ostallgäu, Maria Rita Zinnecker, begrüßte das Projekt als Beitrag zur nachhaltigen Energiegewinnung und Förderung der regionalen Landwirtschaft.

Nestlé treibt Klimaziele voran

Die Anlage ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie von Nestlé. Das Unternehmen will bis 2030 seine Treibhausgas-Emissionen weltweit halbieren und bis 2050 klimaneutral werden. Bereits heute setzt Nestlé in Biessenhofen auf Strom aus erneuerbaren Energien. Seit Juli 2024 versorgt zudem eine hocheffiziente Wärmepumpe das werksinterne Nahwärmenetz eines Herstellungsbereichs.

In Biessenhofen produzieren rund 700 Mitarbeiter Säuglingsmilchnahrung der Marke Beba, Kulinarik-Produkte der Marke Thomy sowie Trink- und Aufbaunahrung für Menschen mit besonderen Ernährungsbedürfnissen. Das jährliche Produktionsvolumen beträgt nach Unternehmensangaben rund 63.000 Tonnen. Die Produkte aus dem Allgäu exportiert das Unternehmen in mehr als 80 Länder. Das Werk feiert in diesem Jahr sein 120-jähriges Jubiläum.

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