Rückruf von Babynahrung Nestlé weist Vorwurf verspäteter Reaktion zurück

Foodwatch kritisiert Nestlé wegen des Rückrufs verunreinigter Säuglingsnahrung. Der Schweizer Konzern habe bereits Mitte Dezember von Problemen gewusst, den Rückruf in Deutschland aber erst drei Wochen später bekanntgegeben. Nestlé bestreitet die Vorwürfe und betont, dass keine Erkrankungen bestätigt wurden.

Montag, 12. Januar 2026, 09:35 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Nestlé hat vorsorglich bestimmte Säuglingsnahrung zurückgerufen – wegen eines Toxins, das zu Durchfall und Erbrechen führen kann. Am Zeitpunkt dieser Bekanntmachung gibt es nun Kritik. Bildquelle: Getty Images

Die Verbraucherorganisation Foodwatch wirft Nestlé vor, zu spät auf Verunreinigungen in Säuglingsnahrung reagiert zu haben. Der Konzern habe bereits Mitte Dezember von dem Problem gewusst, den Rückruf in Deutschland aber erst am 5. Januar bekanntgegeben, teilte Foodwatch mit. Nestlé weist die Vorwürfe zurück.

Der Nahrungsmittelkonzern hatte am 5. Januar mehrere Säuglingsnahrungsprodukte vorsorglich zurückgerufen. Grund ist eine mögliche Verunreinigung mit Cereulid, einem Toxin, das durch das Bakterium Bacillus cereus entstehen kann. Betroffen sind verschiedene Pulver und Flüssigkeiten in Dosen, Schachteln und Flaschen der Marken Beba und Alfamino. Das Toxin könne in einer Zutat eines Zulieferers vorhanden sein, erklärte Nestlé.

Foodwatch beruft sich auf eine Meldung im EU-Behörden-Schnellwarnsystem RASFF. Demnach hätten österreichische Behörden bereits am 16. Dezember Verunreinigungen mit Cereulid in Produktproben von Nestlé-Säuglingsnahrung aus Deutschland gefunden. „Daher sei davon auszugehen, dass sowohl Nestlé als auch die Behörden in Deutschland schon seit Mitte Dezember gewusst hätten, dass auch deutsche Produkte betroffen seien“, zitierte die Verbraucherorganisation in ihrer Mitteilung. Laut Foodwatch stammten belastete Nestlé-Babyprodukte auch aus Werken in Deutschland und wurden in 30 Länder weltweit verkauft.

Nestlé erklärt verzögerten Rückruf mit unterschiedlichen Produktchargen

Nestlé widerspricht der Darstellung. Ein früherer Rückruf am 10. Dezember habe Deutschland nicht betroffen, da die betroffenen Produkte nicht an Verbraucher in Deutschland gelangt seien, teilte das Unternehmen mit. Unterschiedliche Produktchargen hätten unterschiedliche internationale Märkte erreicht. Zunächst sei nur von einem einzigen betroffenen Produktionsstandort ausgegangen worden. Die Ursachenanalyse sei vorsichtshalber fortgesetzt worden, Ende Dezember sei dann bei einzelnen Produkten Cereulid nachgewiesen worden. Das Problem stamme von einer Zutat eines Lieferanten an mehreren Produktionsstandorten, erklärte Nestlé.

Der Konzern betonte, dass keine Erkrankungen im Zusammenhang mit den betroffenen Produkten bestätigt worden seien. Nach den vorliegenden Daten gebe es kein akutes Risiko für Säuglinge. Cereulid kann laut Nestlé binnen 30 Minuten bis sechs Stunden Erbrechen, Durchfall und ungewöhnliche Müdigkeit auslösen. Zeige das Kind keine dieser Symptome, bestehe kein Grund zur Sorge, hieß es in der Mitteilung.

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