Der Verband ökologischer Lebensmittelhersteller fordert mehr Unterstützung für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) in der Lebensmittelbranche. Die KMU betrachtet er als entscheidenden Faktor für „widerstandsfähige Lebensmittelsysteme“. Lebensmittelsysteme umfassen alle Prozesse, die mit der Produktion, Verarbeitung, Verteilung, dem Konsum und der Entsorgung von Lebensmitteln zu tun haben.
Überlastung der Unternehmen durch steigende Regulatorik
„Heterogene Strukturen in der Lebensmittelwirtschaft schaffen Stabilität in unsicheren Zeiten und tragen entscheidend zur Versorgungssicherheit bei“, so Vorstand Alexander Beck. KMU vermittelten zwischen regionaler Urproduktion und Verbrauchern – eine Rolle, die laut Beck in einer Branche mit zunehmend konzentrierten Strukturen unverzichtbar sei.
Der Verband warnt jedoch vor einer Überlastung kleinerer Unternehmen durch steigende regulatorische Anforderungen. Er nennt unter anderem die Lieferkettengesetzgebung, die EU-Entwaldungsverordnung und Richtlinien für Nachhaltigkeitsaussagen.
Andreas Swoboda, Geschäftsführer von Bio Breadness und AöL-Vorstand, kritisiert: „Die zunehmende Bürokratisierung gefährdet deren Wettbewerbsfähigkeit und lenkt wertvolle Ressourcen von der eigentlichen Aufgabe ab – der Herstellung qualitativ hochwertiger Lebensmittel.“
AöL präsentiert Lösungsvorschläge
Um die Situation zu verbessern, schlägt die AöL mehrere Lösungsstrategien vor. Dazu zählen ein partizipativer Ansatz, mit dem KMU eingebunden werden können, bürokratische Anpassungen und eine Prüfung neuer Gesetze im Hinblick darauf, ob sie in kleineren Betrieben umsetzbar sind. Zudem empfiehlt der Verband langfristige Partnerschaften entlang der Lieferkette, damit Planungssicherheit geschafen wird.
Die AöL vertritt nach eigenen Angaben knapp 130 Unternehmen der ökologischen Lebensmittelindustrie im deutschsprachigen europäischen Raum. Diese erwirtschaften demnach einen Umsatz von über 5 Milliarden Euro mit biologischen Lebensmitteln.
