Deutsche Start-ups haben im Jahr 2024 Investitionen in Höhe von mehr als sieben Milliarden Euro eingesammelt. Dies entspricht einem Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY in ihrem Start-up-Barometer mitteilte. Die Zahl der Finanzierungsrunden ging dagegen im dritten Jahr in Folge zurück und sank um zwölf Prozent auf 755 Deals.
Bayern hat Berlin erstmals als führenden Start-up-Standort in Deutschland abgelöst. Jungunternehmen aus dem Freistaat sammelten 2,3 Milliarden Euro ein, während Berliner Start-ups auf 2,2 Milliarden Euro kamen. Bei der Zahl der Finanzierungsrunden liegt Berlin mit 256 Deals allerdings weiterhin vor Bayern mit 164 Runden.
Die größte Einzelinvestition des Jahres ging mit 450 Millionen Euro an das bayerische KI-Unternehmen Helsing. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Deepl aus Köln mit 277 Millionen Euro und Black Semiconductor aus Aachen mit 250 Millionen Euro. Berlin ist erstmals seit Beginn der Erhebung nicht in den Top 10 der größten Finanzierungsrunden vertreten.
KI-Startups ziehen meiste Investitionen an
Künstliche Intelligenz erwies sich als wichtigster Wachstumstreiber. Start-ups aus dem Bereich Software und Analytics erzielten mit 2,2 Milliarden Euro das höchste Investitionsvolumen aller Branchen. Der Gesundheitssektor folgte mit 958 Millionen Euro auf Rang zwei, was mehr als eine Verdoppelung gegenüber 2023 bedeutet.
„Das zweite Halbjahr könnte die Trendwende gebracht haben“, zitierte EY seinen Partner Thomas Prüver in der Mitteilung. Erstmals seit 2021 lagen sowohl die Zahl der Investitionsprojekte als auch das Investitionsvolumen über dem Wert des vorangegangenen Halbjahrs. Dennoch liegt das Gesamtvolumen noch deutlich unter dem Rekordjahr 2021, als 17,4 Milliarden Euro in deutsche Start-ups flossen.
