Anschlag in Berlin Handelsverband sieht Blackout-Folgen „souverän gemeistert“

Während des großflächigen Stromausfalls in Berlin aufgrund des Anschlages auf eine Kabelbrücke haben die Lebensmittelhändler die Herausforderung gemeistert, wie der Handelsverband Berlin-Brandenburg resümiert. Unterdessen haben die meisten betroffenen Haushalte im Südwesten der Stadt seit Mittwoch wieder Strom.

Mittwoch, 07. Januar 2026, 11:08 Uhr
Thomas Klaus (mit dpa)
Bewährungsprobe für den Handel: Dieser musste im Stromausfall die Lebensmittelversorgung sicherstellen und sich als guter Nachbar zeigen (Symbolbild). Bildquelle: picture alliance

Nach dem Anschlag auf eine Kabelbrücke in Berlin am vergangenen Samstag, der mutmaßlich von Linksextremisten begangen wurde, mussten mehr als 20 Supermärkte und Discounter zunächst schließen. Das berichtete der Handelsverband Berlin-Brandenburg.

Der großflächige Stromausfall habe im Einzelhandel zu massiven Einschränkungen geführt. Aber im Laufe des Montags öffneten die meisten betroffenen Märkte wieder, nachdem für sie eine Stromversorgung über Notstromaggregate organisiert worden war.

Die meisten Haushalte haben wieder Strom

Der Netzbetreiber begann am Mittwoch damit, die Haushalte wieder mit Strom zu versorgen. Am frühen Nachmittag waren noch nicht alle Menschen in dem Gebiet wieder mit Energie versorgt. 552 Haushalte und 42 Gewerbekunden haben noch keinen Strom, wie die für Energie zuständige Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) gegen 13.30 Uhr sagte.

Am Vormittag gegen 11 Uhr war die Versorgung mit Strom im Südwesten der Stadt wieder angelaufen. Giffey sprach von einem „Meilenstein“. „Aber es ist noch nicht vorbei. Wir können uns noch nicht entspannt zurücklehnen“, betonte die Senatorin. 

Der Stromausfall war den Angaben zufolge der längste der Nachkriegsgeschichte in der Hauptstadt. Erst im vergangenen September hatte es nach einem linksexttremistisch begründeten Brandanschlag im Südosten der Stadt einen rund 60-stündigen Blackout gegeben. Damals waren zunächst rund 50.000 Stromkunden von dem Störfall betroffen.

Rund 100.000 Menschen betroffen

Nach dem jüngsten Brandanschlag waren am Samstagmorgen im Südwesten Berlins zunächst 45.000 Haushalte und 2.200 Unternehmen ohne Strom. Nach Angaben des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU) waren insgesamt rund 100.000 Menschen von dem Blackout betroffen. Berlin hatte am Sonntag eine sogenannte Großschadenslage ausgerufen.

Handelsverbands-Hauptgeschäftsführer Nils Busch-Petersen schilderte, der Verband habe sich während der Großschadenslage mit dem Krisenstab des Senats abgestimmt und allen noch nicht versorgten Lebensmittelmärkten am Montag Angebote für Notstromaggregate übermittelt. Busch-Petersen zufolge waren im Laufe des Dienstags über 90 Prozent der Märkte wieder regulär geöffnet. Damit habe die Lebensmittelversorgung im betroffenen Gebiet sichergestellt werden können.

Besondere Stärke des stationären Handels gezeigt

Viele der geöffneten Märkte böten den vom Stromausfall betroffenen Anwohnern zusätzliche Unterstützung an. Neben kostenlosen Heißgetränken sowie einem Heißwasserservice an einigen Standorten könnten Betroffene vor Ort auch Handys, Powerbanks und andere kleine Elektrogeräte kostenlos aufladen, wie der Handelsverband ausführte.

„Der Stromausfall ist eine große Herausforderung für unsere Kaufleute, die sie aber dank unserer Erfahrungen aus vorherigen Krisen wie der Corona-Pandemie oder dem Stromausfall im vergangenen Herbst in Berlin-Johannisthal souverän meistern“, sagte Hauptgeschäftsführer Nils Busch-Petersen. Es zeige sich die besondere Stärke des stationären Handels. Der ist aus Verbandssicht nicht nur essenziell für die Lebensmittelversorgung, sondern auch eine Anlaufstelle für Betroffene im Kiez. Aber der Verband fordere eine bessere Einbeziehung der Wirtschaft in Strukturen der Krisenbewältigung.

Wegner: Wir wollen die Täter kriegen

Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) rechnet damit, dass der Generalbundesanwalt die Ermittlungen zu dem Brandanschlag übernimmt. Spranger wiederholte, sie gehe von einem linksterroristischen Anschlag aus. Darüber habe sie am Montag mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) gesprochen. Dieser teile ihre Einschätzung.

Kai Wegner unterstrich: „Hier ging es um einen terroristischen Akt, und dafür ist das Bundeskriminalamt, die Bundesanwaltschaft, zuständig.“ Der Regierungschef erklärte: „Wir werden den Druck so was von erhöhen, weil wir haben gemeinsam das Ziel, diese militanten Kriminellen, diese Linksterroristen zu erwischen.“ Wegner weiter: „Wir wollen sie kriegen, und wir wollen, dass sie eine entsprechende Bestrafung bekommen.“ Sie hätten das Leben von Menschen bewusst gefährdet, so der CDU-Politiker. 

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