Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) setzen ihre Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Süßwarenindustrie im Tarifgebiet Hessen im Oktober fort. Dies teilte der BDSI mit.
Demnach führten die Parteien gestern die Ende Juli begonnenen Gespräche weiter. Es sei konstruktiv diskutiert worden, aber man sei sich trotzdem nicht einig geworden. Deshalb gehen die Verhandlungen am 18. Oktober weiter.
Der BDSI erneuerte sein Angebot einer Lohnerhöhung von insgesamt 4,6 Prozent in zwei Schritten bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Dem steht nach Angaben des Verbands eine aktuelle Inflationsrate von 1,5 Prozent in Hessen gegenüber.
BDSI-Geschäftsführer hofft auf Einigung
„Eine Einigung war heute leider noch nicht möglich, denn die Positionen liegen noch zu weit auseinander.“ Das erklärte Dr. Mario Mundorf, Tarifpolitischer Geschäftsführer des BDSI, nach der Verhandlungsrunde. Er betonte aber: Die Arbeitgeber wollen beim nächsten Termin einen Abschluss erreichen.
Der Verband wies auf die wirtschaftlichen Herausforderungen für die Unternehmen hin. Dazu zählen steigende Rohstoff-, Energie- und Logistikkosten sowie hohe standortbedingte Belastungen wie Steuern, Arbeitskosten und Bürokratie. Gleichzeitig hob der BDSI die bedeutsame Rolle der Mitarbeiter für die Branche hervor. Folgerichtig werde ein Verhandlungsergebnis angestrebt, das sowohl die Leistungen der Beschäftigten anerkennt als auch die wirtschaftliche Situation der Unternehmen berücksichtigt.
Der BDSI vertritt nach eigenen Angaben mehr als 200 zumeist mittelständische deutsche Süßwarenunternehmen. Die Branche beschäftigt rund 60.000 Mitarbeiter und erwirtschaftet etwa 10 Prozent des Umsatzes der deutschen Ernährungsindustrie. Die Betriebsgrößenstruktur setzt sich laut BDSI aus 51 Prozent Kleinbetrieben, 42 Prozent mittleren Betrieben und 7 Prozent Großbetrieben zusammen.
