Deutscher Gemüsemarkt Hohe Erntemengen drücken Gemüsepreise für Erzeuger

Der deutsche Gemüsemarkt stand 2025 unter Druck und wird es voraussichtlich auch 2026 sein. Hier zeigt sich, dass viele Verbraucher im Krisenmodus stecken. Darüber informiert die Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft (AMI). 

Montag, 05. Januar 2026, 09:57 Uhr
Thomas Klaus
AMI zum Gemüsemarkt: zwei Gurken mit Banderole.
Der Gemüsemarkt hat es schwer: Erzeugerpreise rutschten unter die Vorjahreslinie und die Produktionskosten stiegen weiter. Bildquelle: Aldi Süd

Der deutsche Gemüsemarkt stand 2025 unter Druck. Hohe Erntemengen und ein umfangreiches Angebot drückten die Erzeugerpreise, während die Produktionskosten weiter stiegen. Dies berichtet die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft. 

AMI: zu wenige Aktionen im LEH

Starke Sonneneinstrahlung und hohe Temperaturen im Frühjahr 2025 führten zu schnell steigenden Erntemengen bei Frühgemüse. Schon früh im Jahr baute sich laut AMI Vermarktungsdruck auf; die Preise sanken. Zeitweise entstand der Eindruck, die Ware fließe überhaupt nicht vom Markt ab, heißt es von der AMI.

Die Zahl der Angebotsaktionen im Lebensmitteleinzelhandel hätte aus Sicht der AMI zeitweise höher sein dürfen, um eine stärkere Nachfrage zu erzeugen. Zudem hätten die Händler die niedrigen Preise auf Erzeugerebene nicht immer an die Endverbraucher weiter gegeben.

Vielfach bestenfalls ähnliche Preise wie im Vorjahr

Auch im weiteren Saisonverlauf prägte ein zu großes Angebot den Gemüsemarkt. Die Anbauflächen wurden gegenüber dem Vorjahr nicht deutlich ausgeweitet; die Abernte-Raten lagen jedoch deutlich höher. Das führte dazu, dass nicht alle Ware von der Fläche geholt wurde.

Für viele Produkte erzielten die Erzeuger nach Darstellung der AMI bestenfalls ähnliche Preise wie im Vorjahr; vielfach hätten sie darunter gelegen. Späte Zuwächse bescherten auch den Herbst- und Lagergemüsearten hohe Erträge und Erntemengen, was ebenfalls auf die Preise drückte.

Mindestlohn und Düngemittel treiben Kosten

Die Produktionskosten stiegen nach AMI-Angaben weiter. Der Preisindex landwirtschaftlicher Betriebsmittel pendelte sich auf hohem Niveau ein. Zuletzt trugen unter anderem wieder die Düngemittel zur Kostensteigerung bei. Der Mindestlohn lag 2025 erneut um 3 Prozent höher als im Vorjahr, was die Produktionskosten nach Erkenntnissen der AMI zusätzlich belastete. Selbst ein leichtes Plus bei den Erzeugerpreisen wäre nicht ausreichend gewesen, die steigenden Kosten zu decken, heißt es. 

Die Einfuhren von frischem Gemüse nach Deutschland stiegen 2025 wieder. Hochrechnungen auf Basis der bislang vorliegenden Daten lassen eine Gesamtmenge von rund 3,57 Millionen Tonnen erwarten. Das wären gut 2 Prozent mehr als im Vorjahr und könnten den bisherigen Spitzenwert aus dem Jahr 2021 übertreffen.

Deutsches Gemüse um vier Prozent günstiger

Die Verbraucher kauften etwas mehr Gemüse zu niedrigeren Preisen. Im Zeitraum Januar bis November mussten sie für Gemüse insgesamt durchschnittlich 2,97 Euro pro Kilogramm ausgeben. Das war rund 1 Prozent weniger als im Jahr zuvor, zeigt eine Analyse der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft auf Basis des Yougovs Haushaltspanels. Deutsches Gemüse war für die Verbraucher sogar um 4 Prozent günstiger. Die Einkaufsmenge stieg inklusive der Importe um knapp 2 Prozent. Ausschließlich auf deutsches Gemüse bezogen lag der Anstieg bei knapp 4 Prozent.

Lagergemüse noch reichlich verfügbar

Für 2026 erwartet die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft, dass die grundsätzlichen Herausforderungen der Branche weiterhin Bestand haben. Dazu gehören steigende Produktionskosten, die Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln und die Zunahme von Extremwetterereignissen. Viel werde wieder von den Witterungsbedingungen abhängen.

Zu Beginn des neuen Jahres haben zunächst die Witterungsbedingungen in Spanien den größten Einfluss auf die Warenverfügbarkeit und damit auch auf die Preise. Lagergemüse ist in Deutschland der AMI zufolge zunächst noch reichlich verfügbar.

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