EU-Kommission Verpackungsmüll bis 2040 um 15 Prozent reduzieren

Einzeln eingepacktes Obst und Gemüse, Pakete, die zur Hälfte aus Verpackung bestehen, Coffee-to-go-Becher - damit soll nach dem Willen der EU-Kommission bald Schluss sein. Sie will den Verpackungsmüll deutlich eindämmen, erntet aber Kritik.

Donnerstag, 01. Dezember 2022 - Hersteller
Lebensmittel Praxis
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Bildquelle: Getty Images

An Mehrweg oder Recyceln führt nach dem Willen der EU-Kommission in Zukunft kein Weg mehr vorbei. Der Verpackungsmüll in Europa soll bis 2040 deutlich reduziert werden - pro Staat und pro Kopf um 15 Prozent im Vergleich zu 2018, teilt die EU-Kommission in Brüssel mit. Bis 2030 sollen alle Verpackungen komplett recycelbar sein. Der Vorschlag muss noch mit den EU-Ländern und dem EU-Parlament abgestimmt werden.

Um die Umweltverschmutzung zu bekämpfen, sollen Unternehmen nach dem Willen der Kommission einen gewissen Anteil ihrer Produkte in wiederverwendbaren Verpackungen anbieten. Dazu zählt zum Beispiel Essen oder Trinken, das zum Mitnehmen bestellt wurde. Mini-Shampooflaschen in Hotels will die EU-Kommission verbieten. Auch Essen und Getränke in Restaurants dürfen dann nicht mehr in Plastik eingewickelt sein. Außerdem will die EU ein verpflichtendes Pfandsystem einführen und eine verbindliche Quote für den Anteil an recyceltem Material, der in neuen Kunststoffverpackungen enthalten sein muss.

Jeder EU-Bürger verursacht laut EU-Kommission pro Jahr fast 180 Kilo Verpackungsabfall. Deutschland liegt mit mehr als 225 Kilogram an der Spitze, wie die SPD-Europaabgeordnete Delara Burkhardt betonte. Knapp 40 Prozent der Kunststoffe und 50 Prozent des Papiers in der EU werden für Verpackungen gebraucht.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert ein ambitionierteres Abfallvermeidungsziel und höhere Mehrwegquoten. Zwar begrüßt der Umwelt- und Verbraucherschutzverband, dass auf europäischer Ebene erstmals Vorgaben zur Abfallvermeidung und zum Einsatz umweltfreundlicher Mehrwegverpackungen gemacht werden. Allerdings seien diese zu niedrig angesetzt, um das gewaltige Verpackungsmüllproblem in Europa zu lösen. Seit 2009 sei in der EU die Menge an Verpackungsmüll pro Kopf und Jahr um mehr als 20 Prozent auf 177 Kilogramm angestiegen.

Die DUH begrüßt zudem Vorgaben, die zu Pfandsystemen für Einweg-Plastikflaschen und Getränkedosen führen werden. Dadurch werde die Vermüllung der Umwelt drastisch reduziert. Auch das geplante Verbot von Einweg-Verpackungen beim Vor-Ort-Verzehr in der Gastronomie sei ein notwendiger Schritt zur Vermeidung von unnötigem Müll, komme allerdings in 2030 zu spät und enthalte zu viele Ausnahmen."Bedauerlich sind außerdem zu späte und unkonkrete Vorgaben zur Recyclingfähigkeit von Verpackungen und eine nach wie vor nicht geschlossene Regelungslücke zur Umgehung nationaler Plastiktütenverbote durch Händler", erklärt die DUH in einer Stellungnahme.

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