Spendenaktion von Bäckern Brot-Brücke in die Ukraine

Sieben Lieferungen mit insgesamt mehr als 41.000 Broten: Die Mitte März initiierte Hilfs-Aktion „Brot-Brücke Ukraine“ hat schon eine Menge auf die Beine gestellt. Doch die Koordinatoren Anke Kähler (Die Freien Bäcker) und Peter Plaumann (Atelier Ernährungswende gUG) suchen angesichts des Leids in der Ukraine noch mehr Unterstützer. Und dabei geht es nicht nur um Geld.

Freitag, 20. Mai 2022 - Hersteller
Lebensmittel Praxis
Artikelbild Brot-Brücke in die Ukraine
Bildquelle: Ihr Bäcker Schüren

Brot in die Kornkammer Ukraine liefern? Noch vor einigen Wochen hätten Anke Kähler und Peter Plaumann ungläubig den Kopf geschüttelt. Als der Krieg in der Ukraine begann, fragten aber immer mehr Betriebe an, wie sie den Menschen dort ganz konkret helfen können. Als Vorstandsvorsitzende der Berufsorganisation Die Freien Bäcker arbeitet Anke Kähler eng mit der gemeinnützigen Unternehmensgesellschaft Atelier Ernährungswende zusammen, beide mit Sitz in Barsinghausen. Aus den Überlegungen und Gesprächen entstand schließlich die „Brot-Brücke Ukraine“.

Damit hatten Anke Kähler und das kleine Team von Atelier Ernährungswende von einer Stunde auf die andere einen neuen Job: Koordination der Transporte von frischem Brot für notleidende Menschen in der Ukraine. Organisatorisch ist die gemeinnützige Gesellschaft Atelier Ernährungswende, eine Gründung von Die Freien Bäcker Ende 2021, verantwortlich. Das Foto zeigt die Mitarbeiter bei Bäcker Schüren in Hilden beim Verpacken der Brote für die nächste Tour in die Ukraine.

Auch die Lebensmittel Praxis als Teil des Landwirtschaftsverlages Münster ruft gemeinsam mit den Schwesterzeitschriften des Verlages zu einer gemeinsamen Spendenaktion für die Ukraine auf. Unterstützen Sie die Menschen in der Ukraine und Geflüchtete in Polen vor Ort und spenden Sie jetzt Gemeinsam für die Ukraine.

Logistische Unterstützung gibt es vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Koordinierungsstelle für Lebensmittelhilfen der Ernährungswirtschaft in die Ukraine. Diese betreibt mit DB Cargo in Polen Lager- und Sammelstellen, sogenannte Hubs. „Von dort aus gehen die Brote per Zug in die Ukraine“, sagt Bäckermeisterin Anke Kähler. „Uns ist es wichtig, dass alles sicher und gezielt dort ankommt, wo es gebraucht wird.“ Dafür sorgen nach Angaben der Koordinierungsstelle ukrainische Partner in Kooperation mit der polnischen Regierungsbehörde für strategische Reserven (RARS). „Die Nachverfolgbarkeit der Lieferungen ist von großer Bedeutung und wird von der Koordinierungsstelle in Zusammenarbeit mit der ukrainischen Seite bestmöglich sichergestellt“, heißt es auf der Internetseite.

Bis sich der Zug mit den Broten in Bewegung setzen kann, sind Kählers und Plaumanns Organisationstalente gefragt. Kähler betont: „Fast alle Brote werden von den Bäckereien gespendet.“ Bisher bezahlen also in der Mehrzahl die Betriebsinhaber die Rohstoffe, die Energie für die Öfen und die Löhne. Für die mitunter kleinen Betriebe ist das auf Dauer keinesfalls zu stemmen: „Wir brauchen dringend weitere Bäckereibetriebe, um das längerfristig zu schultern“, sagt Bäckermeisterin Kähler. 8.000 Brote gingen bei der ersten Tour in die Ukraine, inzwischen sind dort mehr als 41.000 angekommen. Nicht zu vergessen eine Palette mit frischen Nussecken und zwei Paletten Oster-Panettone für das orthodoxe Osterfest in der Ukraine im April. „Grundlegende Versorgungssicherheit ist zwar unser oberstes Anliegen, aber ein wenig Genuss und Freude mitliefern zu können, ist – der Not des Krieges zum Trotz – auch wichtig“, sagt Kähler.

Helfen können nicht nur Bäcker: Geholfen haben etwa auch die Mehlspenden zweier Mühlen, die rasch verbacken wurden. Die Brote müssen zudem aufwendig verpackt werden, um in der Ukraine verzehrfrisch anzukommen: „Nach der rund dreitägigen Reise sollten die Produkte noch ein MHD von 10 Tagen haben.“ Jedes Brot muss zudem in einen Beutel, einige Bäcker sterilisieren ihre Ware auch. Die Brote kommen dann in stapelbaren Kartons auf Paletten, die wiederrum foliert werden. Alles das muss finanziert werden, sodass sich Kähler und ihre Mitstreiter über Unterstützung von Verpackungsherstellern (Folien, Pappverpackungen), Mühlen oder Backzutatenherstellern freuen würden. Ebenso sind natürlich auch Geldspenden willkommen.

Spendenkonto bei der GLS Bank:
IBAN: DE 93 4306 0967 1177 1020 01
BIC: GENODEM1GLS

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