Anzeige

Diskriminierung Zigeunersaucen bekommen neue Namen

Lebensmittel Praxis | 18. August 2020
Diskriminierung: Zigeunersaucen bekommen neue Namen
Bildquelle: Getty Images

Nach Knorr wollen weitere Anbieter ihre Zigeunersauce umbenennen. Die Lebensmittelhersteller Homann, Kühne und Bautz’ner beispielsweise wollen ihren Würzsaucen neue Namen geben. Gleiches gilt für die Rewe-Eigenmarken.

Anzeige

Eine Sprecherin des sächsischen Unternehmens Bautz‘ner sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Die Namensänderung ist auch bei uns schon länger in Planung und der Zeitpunkt nur noch von produktionstechnischen Umständen abhängig.“

Bei der niedersächsischen Firma Homann mit Sitz in Dissen laufe die Diskussion seit geraumer Zeit, wie ein Sprecher der Theo Müller Unternehmensgruppe mitteilte. Man betrachte den Begriff nach wie vor als reine Sortenbezeichnung, allerdings „werden wir diese Sorte beim nächsten Relaunch des Verpackungsdesigns auf zum Produkt passende Art und Weise umbenennen“. Über die neuen Namen gaben die Firmen zunächst keine Auskunft. Ähnlich äußert sich Tim Walter, Geschäftsführer von Werder Feinkost.

Auch der Wettbewerber Kühne will sich von seiner Zigeunersauce verabschieden. Allerdings nur auf dem Etikett. Ab November werde der Hersteller das Produkt unter dem Namen „Paprikasauce Ungarische Art“ in den Handel geben, teilt ein Sprecher auf Anfrage des „Handelsblatts“ mit. Die Rezeptur soll gleich bleiben.

Aus dem Hause Edeka hieß es, dass eine Umbenennung der Würzsaucen der Eigenmarken von Edeka und beim Netto Marken-Discount geprüft werde.

Die Rewe reagierte auf Anfrage des „Handelsblatts“ entschiedener: „Unabhängig von der Entscheidung der Marke Knorr werden wir den Begriff Zigeunersauce bei unseren Eigenmarkenprodukten sowohl bei Rewe als auch bei Penny zukünftig nicht mehr verwenden und ersetzen“, teilt ein Konzernsprecher mit. Details würden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Zunächst hatte Unilever am Sonntag angekündigt, der Zigeunersauce seiner Marke Knorr einen anderen Namen zu geben, weil der Begriff negativ interpretiert werden könne.