Digitaler Euro Handelsverband warnt vor zu hohen Gebühren beim digitalen Euro

Vor einer wichtigen Abstimmung im Europäischen Parlament fordert der Handelsverband Deutschland ein faires Kostenmodell für den digitalen Euro. Ein händlerfreundlicher Änderungsvorschlag wurde offenbar zugunsten der Banken verworfen. Dabei hatte sich der Verband früh für die staatliche Digitalwährung ausgesprochen – auch wegen der Unabhängigkeit von amerikanischen Zahlungsanbietern.

Dienstag, 23. Juni 2026, 09:50 Uhr
Theresa Kalmer
Der Handel unterstützt den digitalen Euro grundsätzlich – fordert aber ein Gebührenmodell, das insbesondere kleine und mittelständische Händler nicht zusätzlich belastet. Bildquelle: Getty Images

Vor der Abstimmung des Wirtschafts- und Währungsausschusses im Europäischen Parlament über den digitalen Euro an diesem Dienstag fordert der Handelsverband Deutschland (HDE) ein faires Gebührenmodell für den Handel. Andernfalls drohe das neue Zahlungsmittel vor allem für kleinere Händler unattraktiv zu werden, warnte der Verband.

Der HDE zeigt sich besorgt über die aktuellen Vorschläge im Europäischen Parlament für eine sogenannte Kompensationslösung. HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth erklärte laut einer Mitteilung des Verbands: „Wenn der digitale Euro ein Erfolg werden soll, muss er auch für alle Handelsunternehmen attraktiv sein.“ Das derzeit diskutierte Modell würde in Zeiten steigender Kosten bei Energie und Beschäftigung zusätzlichen Druck auf die ohnehin geringen Margen im Handel erzeugen.

Ein ursprünglicher Änderungsvorschlag, der den Einzelhandel beim digitalen Euro gegenüber bestehenden Zahlungsarten besserstellen sollte, ist den Angaben zufolge offenbar zugunsten einer bankenfreundlicheren Formulierung verworfen worden. Genth kritisierte, eine staatlich organisierte Zahlungsinfrastruktur solle sich nicht an bestehenden, oft kostenintensiven privatwirtschaftlichen Verfahren orientieren. „Der Erfolg des digitalen Euro steht und fällt aber mit einer hohen Akzeptanz im Einzelhandel“, so Genth in der Mitteilung. Neben der absehbaren Pflicht für Händler, den digitalen Euro zu akzeptieren, stehe vor allem die Frage eines transparenten und effizienten Kostenmodells im Vordergrund.

Handelsverband mahnt vor zu starken Zugeständnissen an Banken

Der Handelsverband Deutschland hatte sich nach eigenen Angaben frühzeitig zu den Plänen einer staatlichen Digitalwährung bekannt. Aus Sicht des Handels biete der digitale Euro Vorteile wie mehr Unabhängigkeit von privatwirtschaftlichen Zahlungssystemen, die vor allem von amerikanischen Anbietern dominiert würden, sowie mehr Datensparsamkeit. Allerdings dürften die Zugeständnisse an die Kreditwirtschaft und die Zahlungsdienstleister im laufenden Gesetzgebungsprozess nicht überhandnehmen, mahnte der Verband.

Nach der Abstimmung im Ausschuss für Wirtschaft und Währung muss sich den Angaben zufolge noch das gesamte Europäische Parlament einigen, bevor in einer Trilogphase alle beteiligten Institutionen der Europäischen Union ein endgültiges Paket verhandeln.

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