Iran-Krieg Reeder warnen vor hohen Kosten durch Trumps Schutzgebühr

Reeder gegen Trump: US-Präsident Donald Trump will zukünftig eine Art Schutzgebühr für das Durchqueren der Straße von Hormus erheben. Deutsche Reeder schlagen Alarm. Sie befürchten steigende Transportkosten und höhere Verbraucherpreise.

Dienstag, 14. Juli 2026, 10:16 Uhr
Thomas Klaus (mit dpa)
Der Konflikt zwischen den USA und Israel auf der einen und dem Iran auf der anderen Seite ist noch längst nicht ausgestanden. Bildquelle: Getty Images

US-Präsident Donald Trump will eine Art Schutzgebühr für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus erheben. Die deutschen Reeder kritisieren das scharf. „Kein einzelner Staat sollte den freien Zugang zu einer internationalen Wasserstraße einseitig von Gebühren abhängig machen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Reeder (VDR), Martin Kröger, der Zeitschrift „Wirtschaftswoche“. Das wäre rechtlich auch nicht zulässig, fügte Kröger hinzu.

Kröger fragt: Wo soll das enden?

Trump hatte zuvor die US-Seeblockade gegen den Iran wieder eingeführt und erklärt, eine Gebühr in Höhe von 20 Prozent des Frachtwerts von allen Schiffen zu verlangen, die die strategisch wichtige Meerenge passieren. Das solle die Kosten der USA für den Schutz der Straße von Hormus decken, schrieb der US-Präsident.

VDR-Chef Krüger sagte, mit seinem Vorstoß stelle Trump das System der freien Schifffahrt infrage. „Heute geht es um die Straße von Hormus, morgen um die Straße von Malakka, übermorgen um die nächste internationale Meerenge. Wo soll das enden?“, fragte Kröger. Zugleich warnte er vor hohen Kosten für Verbraucher und Weltwirtschaft.

Verlust an Verlässlichkeit für den Welthandel

„Die Folgen wären höhere Transportkosten, steigende Verbraucherpreise und ein weiterer Verlust an Verlässlichkeit für den Welthandel“, so der Verbandschef. Das könne nicht im Interesse der internationalen Staatengemeinschaft sein. „Die zivile Handelsschifffahrt darf nicht zum Spielball geopolitischer Auseinandersetzungen werden.“

Die USA hatten zuletzt ihre Angriffe auf den Iran wieder verschärft. Im Gegenzug feuerte der Iran auf US-Einrichtungen in den Golfstaaten. Die Straße von Hormus, eine wichtige Schifffahrtsroute für den weltweiten Handel mit Öl und Flüssigerdgas, ist seit Beginn des Krieges kaum passierbar.

20 Schiffe in deutschem Eigentum oder unter deutschem Management

Derzeit sind nach VDR-Angaben etwa 20 Schiffe in deutschem Eigentum oder unter deutschem Management in der Region unterwegs. Ursprünglich saßen nach Angaben des VDR rund 50 Schiffe mit deutschem Bezug im Persischen Golf fest. Drei dieser Schiffe seien seither angegriffen worden.

„Seit Ende Februar – also seit fast einem halben Jahr – ist eine sichere Schifffahrt in der Straße von Hormus nicht gewährleistet“, erinnerte Kröger. Das sei tragisch für die Seeleute und zugleich eine Katastrophe für die Planungssicherheit der Schifffahrtsunternehmen, auf die der internationale Handel angewiesen sei. 

Vollständig militärisch abgeriegelt sei die Wasserstraße aber nicht. Unter hohem Sicherheitsaufwand und in enger Abstimmung mit den Marinen vor Ort finden weiterhin einzelne Passagen statt, allerdings auf deutlich reduziertem Niveau und unter erheblich erhöhtem Risiko. Aber viele Reedereien warteten die weitere Entwicklung ab, betonte der Verbandschef.

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