Energiemanagement Metro Logistics steuert Energieverbrauch mit KI-Software

Das Metro-Tochterunternehmen Metro Logistics setzt an allen deutschen Logistikstandorten eine KI-basierte Plattform des Hamburger Anbieters Encentive ein. Die Software steuert Kälteanlagen und Ladestationen automatisiert – abhängig von Strompreisen und Solarstromüberschüssen. Als Pilotstandort dient das Logistikzentrum in Marl.  

Donnerstag, 18. Juni 2026, 11:07 Uhr
Theresa Kalmer
KI statt Bauchgefühl: Im Logistikzentrum Marl steuert Metro Logistics mit der Software von Encentive Kälteanlagen und E-Flurförderzeuge auf Basis von Solarstromerzeugung und Strompreisen. Bildquelle: Metro Logistics

Metro Logistics setzt an allen deutschen Logistikstandorten eine KI-basierte Software zur Steuerung des Energieverbrauchs ein. Das Tochterunternehmen der Metro kooperiert dafür mit dem Hamburger Softwareanbieter Encentive, wie beide Unternehmen mitteilten.

Verbrauch wird bei hohen Strompreisen gedrosselt

Mit der Plattform des Softwareanbieters will der Kontraktlogistiker seine Energiekosten senken. Die Software erfasst den Energieverbrauch und die Stromerzeugung aus Photovoltaikanlagen an mehreren Standorten in Echtzeit. Auf dieser Grundlage steuert sie Kälteanlagen und die Ladeinfrastruktur für elektrische Flurförderzeuge automatisiert. Erkennt das System etwa einen hohen Überschuss an Solarstrom, erhöht es die Kühlleistung, um Temperaturreserven aufzubauen. Bei hohen Strompreisen drosselt es den Verbrauch – solange die Temperaturgrenzen eingehalten werden. Elektrische Flurförderzeuge lädt die Software bevorzugt dann, wenn viel eigener Solarstrom zur Verfügung steht oder die Strompreise niedrig sind.

Als Pilotstandort dient den Angaben zufolge das Logistikzentrum in Marl. Dort bezieht Metro Logistics Solarstrom aus einer Aufdach-Photovoltaikanlage mit rund 18 Megawattpeak Leistung, die laut der Mitteilung zu den größten in Nordrhein-Westfalen zählt. Die Erkenntnisse aus dem Pilotbetrieb will das Unternehmen anschließend auf die weiteren Standorte in Altlandsberg, Bergkirchen, Hamm, Kirchheim und Groß-Gerau übertragen.

Encentive-Chef sieht Potenzial für die gesamte Logistikbranche

„Für uns war entscheidend, eine verlässliche und standortübergreifende Datengrundlage zu schaffen, um sowohl Energieverbrauch als auch -erzeugung zu erfassen und automatisch steuern zu können“, äußerte Energiemanagerin Ellen Rupprath. Encentive-Chef Nicolàs Juhl erklärte, Metro Logistics zeige „exemplarisch, wie viel Potenzial in der KI-basierten Optimierung von Energieflüssen für die Logistikbranche steckt“.

Metro Logistics betreibt nach eigenen Angaben sieben Logistikzentren in Deutschland mit einer Lagerfläche von rund 400.000 Quadratmetern. Das Unternehmen bietet Distributions- und Kontraktlogistik an, unter anderem für die Lebensmittelbranche mit sämtlichen Temperaturzonen. Darüber hinaus steuert es die Transportlogistik für verschiedene Handelsunternehmen.

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