Zum Start der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 haben große Handelsunternehmen in Deutschland die Bierpreise kräftig gesenkt. Mehrere nationale Marken kosten in Sonderangeboten wieder 9,99 Euro je Kasten – ein Preisniveau, das die Branche zuletzt vor Jahren kannte. Der Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels spricht von einem Preiskampf auf dem deutschen Biermarkt.
Auch alkoholfreies Bier Teil der Aktionen
Die Aktionspreise stehen im Kontrast zu den Preiserhöhungen der vergangenen Jahre. Das Branchenportal „Getränke News“ sieht in den Rabatten eine Welle, die zumindest teilweise wieder aufzehre, „was die Brauereien in den vergangenen Jahren mit vorsichtigen Preisrunden mühsam durchgesetzt hatten“. Bei den Sonderangeboten zum WM-Auftakt werben Händler den Angaben zufolge mit Preisnachlässen von bis zu 50 Prozent. Auch alkoholfreies Bier ist demnach Teil der Aktionen.
Ob daraus ein dauerhafter Preisverfall wird, ist nach Einschätzung von Branchenbeobachtern allerdings offen. „Inside“-Herausgeber Niklas Other sagte laut dpa, es sei zu früh, von einem flächendeckenden Preisrutsch zu sprechen. Dass Händler vor großen Fußball-Turnieren mit Sonderangeboten lockten, sei nicht ungewöhnlich. Die Bereitschaft des Handels zu solchen Aktionen habe zuvor etwas nachgelassen.
Krombacher und Radeberger führen bei Aktionsangeboten
Nach einer Analyse von „Getränke News“ belegten Krombacher und die Radeberger Gruppe zuletzt Spitzenplätze bei Aktionsangeboten in mehreren Vertriebsschienen. Der Braukonzern AB Inbev halte mit seiner Marke Beck’s an einem dauerhaften Aktionspreis von 9,99 Euro je Kasten fest. Ein Sprecher des Getränkefachgroßhandels-Verbands wies darauf hin, dass nahezu alle Marken um die Gunst der Verbraucher konkurrierten.
Wie stark solche Aktionen wirken können, zeigte die Europameisterschaft 2024 in Deutschland. Nach Daten der Marktforscher von NIQ lag der Aktionsabsatz von Bier und Biermix in der Eröffnungswoche fast 10 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. In der ersten vollen Turnierwoche betrug das Plus demnach knapp 6 Prozent. Laut einer NIQ-Analyse aus dem Jahr 2025 verkaufte der Handel im Durchschnitt rund 70 Prozent des Absatzes großer Pilsmarken über Aktionen – beim Kasten Pils waren es zum Teil sogar 80 Prozent. Aktuelle Daten für Juni 2026 liegen noch nicht vor.