Kriselnde Deko-Kette Depot beantragt erneut Insolvenz

Die Deko-Kette Depot muss zum zweiten Mal binnen zwei Jahren saniert werden. Das Unternehmen hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Geschäftsführer Christian Gries macht Zölle, Online-Konkurrenz und Kaufzurückhaltung für die Schieflage verantwortlich.

Montag, 18. Mai 2026, 10:52 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Mit Deko-Artikeln und Haushaltswaren hatte die Kette Depot sich einen Namen gemacht. Doch das Unternehmen steckt angesichts der Konsumflaute in der Krise. Bildquelle: Getty Images

Die Deko-Kette Depot muss erneut saniert werden. Der Betreiber GDC Deutschland hat beim Amtsgericht Aschaffenburg die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt, wie eine Gerichtssprecherin bestätigte. Das Gericht ordnete die vorläufige Eigenverwaltung bereits an. Zum vorläufigen Sachwalter bestellte es den Rechtsanwalt Thomas Rittmeister aus Frankfurt.

Geschäftsführer Christian Gries nannte mehrere Gründe für die erneute Schieflage. Neben Zöllen und der wachsenden Online-Konkurrenz durch Plattformen wie Temu belaste auch die Kaufzurückhaltung das Geschäft. „Es ist eine schwierige Zeit für den Handel. Viele Kunden schauen stark auf die Preise“, sagte der Geschäftsführer. Preisreduzierungen seien jedoch auf Dauer kein Mittel, um ein rentables Geschäft zu führen.

Gries kündigte weitere Filialschließungen an. Eine genaue Zahl könne er noch nicht nennen. Man werde alles auf den Prüfstand stellen und Gespräche mit den Vermietern führen. Zudem solle das Konzept von Depot angepasst werden. „Wir wollen auf jeden Fall weitermachen und möglichst viele Filialen erhalten“, sagte er.

Depot schloss bereits hunderte Filialen

Depot hat seinen Sitz im unterfränkischen Großostheim. Bereits 2024 meldete das Unternehmen Insolvenz in Eigenverwaltung an. Daraufhin schloss die Kette bundesweit zahlreiche Filialen. Aktuell betreibt Depot noch mehr als 150 Geschäfte. Vor einigen Jahren waren es noch rund 400. Zur Zahl der Beschäftigten machte Gries keine Angaben.

Die Branche steht unter Druck. Jeder sechste Einzelhändler in Deutschland fürchtet laut der monatlichen Konjunkturumfrage des Ifo-Instituts inzwischen um die Existenz. Im April schätzten 17,4 Prozent der Unternehmen ihre Lage als existenzbedrohend ein, so viele wie nie zuvor. In dieser Woche meldete auch der Non-Food-Discounter Mäc-Geiz Insolvenz an. Der Kreditversicherer Allianz Trade verzeichnete im vergangenen Jahr 2571 Insolvenzen im Einzelhandel. Die Zahl der Läden in Deutschland dürfte laut einer Schätzung des Handelsverbands Deutschland in diesem Jahr unter 300.000 sinken. Ende 2015 waren es noch etwa 372.000.

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