Kochbox-Versender Mehr Effizienz, weniger Umsatz – Hellofresh dämpft Erwartungen

Der Kochbox-Versender Hellofresh hat 2025 einen Umsatz von 6,8 Milliarden Euro erzielt, 9 Prozent weniger als im Vorjahr. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg währungsbereinigt um 14 Prozent auf 422,8 Millionen Euro. Das Unternehmen zieht sich aus Italien und Spanien zurück.

Mittwoch, 18. März 2026, 09:09 Uhr
Theresa Kalmer
Das Kochbox-Geschäft erweist sich für Hellofresh als zentraler Ergebnistreiber. Bildquelle: Hellofresh

Der Kochbox-Versender Hellofresh hat im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von rund 6,8 Milliarden Euro erzielt. Das entspricht einem währungsbereinigten Rückgang von 9,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie das Unternehmen mitteilte. Im Jahr 2024 hatte der Umsatz noch 7,7 Milliarden Euro betragen. Für das laufende Jahr 2026 rechnet Hellofresh mit einem weiteren währungsbereinigten Umsatzrückgang von etwa 3 bis 6 Prozent.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (AEBITDA) stieg währungsbereinigt um rund 14 Prozent auf 422,8 Millionen Euro, nach 399,4 Millionen Euro im Vorjahr. Die Produktkategorie Kochboxen erzielte eine AEBITDA-Marge von 13,5 Prozent, nach 9,8 Prozent im Jahr 2024. Der freie Cashflow nach Leasingzahlungen kehrte ins Positive zurück und belief sich auf 18,9 Millionen Euro, nach minus 23,6 Millionen Euro im Vorjahr. Angaben zum Nettogewinn machte das Unternehmen nicht.

Das Unternehmen führt die verbesserte Profitabilität auf Fortschritte bei seinem Effizienzprogramm zurück. Bis Ende 2025 habe Hellofresh 80 Prozent der geplanten Effizienzmaßnahmen umgesetzt und Einsparungen in Höhe von insgesamt 160 Millionen Euro erzielt, teilte das Unternehmen mit. Für 2026 rechnet Hellofresh mit zusätzlichen jährlichen Einsparungen in Höhe von 140 Millionen Euro. Das Effizienzprogramm umfasst den Angaben zufolge die Senkung von Gemeinkosten, die Vereinfachung von Organisationsstrukturen und die Optimierung des Produktionsnetzwerks. Zudem zieht sich Hellofresh aus den Märkten Italien und Spanien zurück.

Hellofresh behebt Probleme im Fertiggerichte-Geschäft

Die Produktkategorie Fertiggerichte verzeichnete einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von 1,4 Prozent auf 2,0 Milliarden Euro. Die AEBITDA-Marge in diesem Bereich lag bei minus 1,2 Prozent, nach plus 1,6 Prozent im Vorjahr. Hellofresh begründet dies mit regulatorisch bedingten operativen und produktionstechnischen Engpässen auf dem US-Markt, die sich vorübergehend negativ auf die Kundenbindung ausgewirkt hätten. Diese Probleme seien inzwischen behoben, teilte das Unternehmen mit. Im vierten Quartal 2025 habe die AEBITDA-Marge im Fertiggerichte-Geschäft 6,6 Prozent erreicht, nach 5,3 Prozent im vierten Quartal 2024. Das Fertiggerichte-Geschäft in Kanada, Europa und Australien habe sich planmäßig entwickelt und ein starkes Wachstum verzeichnet.

Im Sommer 2025 startete Hellofresh ein Produktinvestitionsprogramm mit dem Namen „The Refresh“. Das Programm erweitert den Angaben zufolge die Produktvielfalt und -auswahl für die Kunden, verdoppelt die Anzahl der Rezepte in mehreren Märkten und steigert die Qualität der Zutaten. „Vor zwei Jahren haben wir eine wohlüberlegte Entscheidung getroffen“, zitierte das Unternehmen den Vorstandsvorsitzenden Dominik Richter in der Mitteilung. „Echtes Wachstum braucht ein solides Fundament – deshalb haben wir ein 300-Millionen-Euro-Effizienzpaket geschnürt und die Umsetzung zur obersten Priorität erklärt.“ Hellofresh habe positive Effekte auf mehrere wichtige Leistungskennzahlen wie die Kundenbindung und die Bestellraten festgestellt. Angesichts dieser Entwicklungen habe das Unternehmen entschieden, den Umfang der Produktinvestitionen moderat zu erhöhen.

Hellofresh stellt sich auf schwächeres Jahr 2026 ein

Für das Geschäftsjahr 2026 prognostiziert Hellofresh ein währungsbereinigtes AEBITDA zwischen 375 Millionen Euro und 425 Millionen Euro. Die Prognose berücksichtigt nach Angaben des Unternehmens die erwarteten Absatzmengen, die Fortschritte des Effizienzprogramms, laufende Produktinvestitionen und einmalige Beeinträchtigungen durch extremes Winterwetter im ersten Quartal 2026. Die Wettereinflüsse würden der Hauptgrund für den erwarteten Rückgang des währungsbereinigten AEBITDA im Jahr 2026 im Vergleich zum Vorjahr sein, teilte Hellofresh mit.

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