Fleischbranche Wurstproduzent Cornelius erholt sich nach schwachem Geschäftsjahr

Der Pfälzer Wursthersteller Cornelius meldet für das erste Halbjahr 2026 ein Umsatzplus von 5 Prozent. Im Vorjahr war der Umsatz noch gesunken. Nun investiert das Familienunternehmen in einen neuen Markenauftritt und die Digitalisierung.

Donnerstag, 23. Juli 2026, 13:30 Uhr
Manuel Glasfort
Kalbsleberwurst ist nur eines von vielen Produkten, die der Wurstspezialist Cornelius im Angebot hat. Bildquelle: Cornelius

Der Pfälzer Wurstspezialitäten-Hersteller Cornelius hat im ersten Halbjahr 2026 nach eigenen Angaben ein Umsatzplus von 5 Prozent erzielt. „In das Jahr 2026 sind wir wieder gut gestartet“, teilte Geschäftsführer Peter Cornelius mit. 

Die positive Entwicklung folgt auf ein schwieriges Geschäftsjahr 2025, in dem das Unternehmen mit Sitz in Hockenheim einen Umsatzrückgang von 6 Prozent hinnehmen musste: Im vergangenen Jahr setzte Cornelius den Angaben zufolge 8,8 Millionen Euro um, nach 9,4 Millionen Euro im Vorjahr. 

Als Gründe nannte das Unternehmen in einer Mitteilung unter anderem eine Preissenkung zu Jahresbeginn 2025. Zudem hätten volatile Schweinepreise, bürokratische Belastungen und unklare politische Vorgaben vielen mittelständischen Herstellern trotz steigenden Fleischkonsums zugesetzt. „Das Jahr 2025 war für alle Marktteilnehmer herausfordernd“, so Cornelius in der Mitteilung.

Cornelius setzt auf neue Produkte und Kooperation mit Rewe

Das in dritter Generation inhabergeführte Unternehmen stellt vor allem traditionelle Pfälzer Leberwurst her und bietet darüber hinaus Spezialitäten wie Bauernblutwurst, Leberrolle, Leberknödel und Pfälzer Saumagen an. Neu im Sortiment ist den Angaben zufolge eine gekochte Zunge. Die Produkte vertreibt Cornelius nach eigener Darstellung bundesweit im Lebensmittelhandel, im Fachhandel und über Discounter. Zudem kooperiert das Unternehmen mit der Rewe Group: Unter dem Aktionstitel „Landbauern Schweine“ vermarktet Cornelius ausgewählte Spezialitäten wie die Pfälzer Leberwurst und die Delikatessleberwurst mit Kalbfleisch.

Cornelius arbeitet derzeit laut der Mitteilung an einem neuen Markenauftritt. Dazu gehören ein überarbeitetes Logo, neu gestaltete Etiketten sowie eine neue Website mit angeschlossenem Online-Shop. Außerdem investierte das Unternehmen in eine Photovoltaikanlage, die nach eigenen Angaben rund 45 Prozent des jährlichen Strombedarfs deckt. Zwei Kühlhäuser wurden kernsaniert und Produktionsmaschinen durch neue Technik ersetzt. In den kommenden sechs Monaten will das Unternehmen einen Schwerpunkt auf die Digitalisierung seiner Abläufe legen.

Peter Cornelius, der dem Vorstand des Bundesverbandes der Wurst- und Schinkenproduzenten angehört, verwies darauf, dass der Wirtschaftszweig Wurst und Schinken mit einem Jahresumsatz von 22 Milliarden Euro die größte Branche in der Ernährungskette darstelle. „Es ist unsere vordringlichste Aufgabe, die Wurstkultur, für die nicht allein die Pfälzer Spezialitäten stehen, zu sichern, zu pflegen und zukunftsfit zu machen“, so Cornelius in der Mitteilung.

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