Iran-Krieg Ölpreis-Explosion könnte deutsche Wirtschaft hart treffen

Der Ölpreis hat am Donnerstag den mit Beginn des Iran-Krieges begonnenen Höhenflug fortgesetzt. Experten zum Beispiel des Institutes der deutschen Wirtschaft warnen vor den Auswirkungen unter anderem auf das deutsche Wirtschaftswachstum. 

Donnerstag, 05. März 2026, 12:25 Uhr
Thomas Klaus (mit dpa)
Sie transportieren wertvolle Fracht, doch zurzeit erreichen in Folge des Krieges gegen den Iran viel zu wenige Öltanker ihr Ziel. Bildquelle: Getty Images

Seit Beginn des Iran-Krieges ist der Ölpreis weiter gestiegen. Im frühen Handel wurde Brent-Öl aus der Nordsee mit Lieferung im Mai zu 84,05 US-Dollar je Barrel (72,3 Euro je 159 Liter) gehandelt. Das sind etwas mehr als drei Prozent über dem Niveau vom Vorabend. Seit dem Beginn der Angriffe der USA und Israels gegen den Iran am Wochenende hat sich Brent-Öl um mittlerweile etwa 16 Prozent verteuert. Am Dienstag wurde bei 85,12 Dollar zeitweise der höchste Stand seit Juli 2024 erreicht.

Straße von Hormus bleibt Hauptsorge

Die Straße von Hormus, durch die ein großer Teil des globalen Ölhandels verlauft, bleibt die Hauptsorge des Marktes. Der Schiffsverkehr durch diese Wasserstraße ist nahezu zum Erliegen gekommen. Die faktische Blockade der Wasserstraße hat die Rohöllieferungen aus dem Iran sowie von anderen Produzenten am Persischen Golf unterbrochen und Förderländer gezwungen, ihre Produktion zu drosseln.

Zuletzt haben iranischen Revolutionsgarden einen Angriff auf einen Öltanker im Norden des Persischen Golfs gemeldet. Auf dem Webportal der Garden heißt es, das Schiff stehe in Flammen. Die Revolutionsgarden erneuerten ihre Drohung, im Kriegsfall die Straße von Hormus zu kontrollieren. Schiffe der USA, Israels, europäischer Staaten und ihrer Verbündeten hätten keine Erlaubnis für eine Durchfahrt und würden angegriffen.

Verlust von mehr als 80 Milliarden Euro möglich

Sollte es zu weiteren Angriffen auf Öltanker oder auf die Infrastruktur der Ölindustrie oder zu längeren Störungen der Ölindustrie in der Region kommen, könnten die Preise wieder stark ansteigen, heißt es von Analysten des Handelshauses Phillip Nova aus Singapur.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) befürchtet in einer Analyse, dass steigende Ölpreise das deutsche Wirtschaftswachstum deutlich bremsen könnten. Bei einem Ölpreis von 150 US-Dollar pro Barrel würde das deutsche Bruttoinlandsprodukt 2026 um 0,5 Prozent und 2027 um 1,3 Prozent geringer ausfallen. Das zeigt eine IW-Simulation. Das entspricht einem Verlust von mehr als 80 Milliarden Euro über die zwei Jahre. 

Ölpreis-Plus würde Inflation anheizen

Auch ein geringerer Anstieg des Ölpreises hätte spürbare Folgen: Klettert er auf 100 US-Dollar, belaufen sich die BIP-Verluste auf 0,3 Prozent 2026 und 0,6 Prozent 2027. Das wäre ein wirtschaftlicher Schaden von etwa 40 Milliarden Euro über die zwei Jahre.

Zudem würde nach IW-Angaben die Inflation angeheizt: Bei einem Ölpreis von 100 US-Dollar lägen die Verbraucherpreise 2026 um rund 0,8 Prozent höher, 2027 um 1,0 Prozent. Bei 150 US-Dollar würden die Verbraucherpreise 2026 um rund 1,6 Prozent und 2027 um etwa 1,9 Prozent höher ausfallen.  

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