Der Krisenkonzern Baywa verliert drei Mitglieder seines Aufsichtsrats. Die CSU-Politikerin Monika Hohlmeier, der österreichische Raiffeisen-Funktionär Michael Höllerer und Monique Surges, Leiterin der deutschen Handelskammer in Neuseeland, scheiden vorzeitig aus dem Kontrollgremium aus. Hohlmeier und Höllerer beenden ihre Tätigkeit zum 31. März, Surges folgt im Mai. Bauernpräsident Joachim Rukwied, der dem Gremium seit 2013 angehört, bleibt hingegen im Amt.
Die Abgänge erfolgen nach massivem Druck von Eigentümern und Aktionären. Besonders die langjährigen Aufsichtsräte stehen in der Kritik, die Schieflage des Konzerns nicht verhindert zu haben. Die Anlegergemeinschaft DSW hatte auf der Hauptversammlung 2025 deutliche Worte gefunden. Deren Vizepräsidentin Daniela Bergdolt kritisierte, die Aufsichtsräte säßen „wie mit Pattex festgeklebt“ in ihren Positionen.
Der Münchner Mischkonzern, der vor allem im Agrarhandel tätig ist, kämpft seit 2024 mit einer schweren Krise. Auslöser waren Schulden von über fünf Milliarden Euro, die das Unternehmen in den 2010er Jahren im Zuge einer missglückten Auslandsexpansion angehäuft hatte. Bereits zwei Vorstandsvorsitzende und der langjährige Finanzvorstand mussten wegen der Krise ihre Posten räumen.
Der Aufsichtsratsvorsitzende Gregor Scheller, der erst seit 2024 amtiert, gehört nicht zu den Verantwortlichen der Schieflage. Unter seiner Führung soll der Aufsichtsrat nun seine Arbeitsweise ändern. Die Auswahlkriterien für das Gremium wurden den Angaben zufolge bereits verschärft.


