Wünsche klären
Sie haben sich als selbstständiger Händler einen Namen gemacht? Die Kunden sagen nicht „Ich gehe einkaufen“, sondern zum Beispiel „Ich gehe zu Engel“? Eine gute Voraussetzung für eine Eigenmarke! Bevor Händler damit starten, frage ich sie: Warum kommen Kunden gezielt zu Ihnen? Worauf verlassen sie sich bei Ihnen? In diesen Bereichen kann eine Händlermarke funktionieren. Besonders eignen sich Genussprodukte mit Beratungspotenzial, wie Kaffee aus eigener Kaffeerösterei oder Fleisch von regionalen Vertragslandwirten.
Vorteil: Eine eigene Marke bindet ohne Bonuskarte: Gibt es „den“ Kaffee oder „das“ Bier nur bei Ihnen, kommen Kunden wieder. Zudem schafft sie oft deutlich mehr Marge als Herstellermarken, weil Sie hier Markenkosten mitbezahlen. Ob sich eine eigene Marke für einen einzigen Markt lohnt, hängt vor allem davon ab, ob der Artikel eine Geschichte erzählt, Qualität bietet und genug Absatz macht.
Selbst produzieren?
Wenn Sie beispielsweise Salate selbst herstellen wollen, benötigen Sie mindestens eine Schnippelküche, die dem Hygienekonzept (HACCP) genügt, plus Personal. Dafür sind klare Abläufe und Dokumentation erforderlich, um saubere Prozesse zu gewährleisten. Die amtliche Lebensmittelüberwachung ist dafür der richtige Ansprechpartner.
Für eine einfache Vorbereitungsküche müssen Sie grob mit Kosten von etwa 5.000 bis 20.000 Euro rechnen. Kommen Wärmeprozesse oder Ähnliches dazu, wird es deutlich teurer. Tipp: Klein anfangen, Geräte auch gebraucht kaufen – und erst investieren, wenn klar ist, dass Produkt und Absatz das tragen. Aber: Hausgemacht allein reicht nicht. Der kritische Punkt ist die Konstanz. Eigenmarke heißt auch: gleichbleibende Qualität, klare Gestaltung und ein Versprechen, das Sie halten. Denn: Rezeptur, Menge und Zutaten müssen reproduzierbar sein.
Anstatt selbst hergestellte Produkte unter der Eigenmarke zu verkaufen, lassen viele Händler vorverpackte Ware von Herstellerpartnern unter ihrem Namen liefern. Warum nicht? Aber: Verzichten Sie auf Standardware. Je „eigener“ das Produkt, die Rezeptur, Rohstoffe und seine Geschichte sind, desto glaubwürdiger wird Ihre Marke.
Ob Sie selbst herstellen oder produzieren lassen – Sie sind als Inverkehrbringer für das Produkt verantwortlich. Dazu gehört auch die korrekte Kennzeichnung wie Zutaten, Allergene, Nährwerte, Füllmenge, Mindesthaltbarkeit und Lagerung. Ein fachlicher Etikettencheck vor dem Druck spart viel Ärger.
Marke anmelden?
Auch wenn Sie eine Eigenmarke nicht anmelden müssen, ist ein kurzer Markencheck vorab sehr zu empfehlen, um spätere Umbenennungen zu vermeiden. Sollen Name und Design der Marke Ihr Profil langfristig prägen, lohnt sich die Anmeldung beim Deutschen Patent- und Markenamt in jedem Fall. Die Grundgebühr beträgt etwa 300 Euro. So können Sie gegen Nachahmer vorgehen.
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