Die französische Lebensart und Küche prägen das Saarland. In der Landeshauptstadt Saarbrücken können Einheimische und Besucher das französische Flair in Restaurants mit Michelin-Sternen, französischen Patisserien oder alljährlich beim Primeur-Fest zum Start des Jungweins aus dem Beaujolais erleben. Zugleich gehören Arme-Leute-Gerichte wie Dibbelabbes, ein Kartoffelauflauf, zur kulinarischen Identität. Ob exklusiv oder bodenständig: Im Herzen der Stadt, zwischen Hauptbahnhof und St. Johanner Markt, bekommen Kunden beides unter einem Dach. Die Markthalle des Kaufhauses Galeria bietet Feinkost und exklusive Genüsse. Im Untergeschoss sorgt eine Filiale von Aldi Süd für Frequenz. Beim Zufallsbesuch des Discounters fehlte jedoch jegliches Flair.
Stimmung ★★☆☆☆
Zwei Wege führen in die Aldi-Filiale – wenn man sich auskennt. Zum einen gelangen Kunden über das Untergeschoss von Galeria zu Aldi. Da Wegweiser fehlen, kommen jedoch nur Entschlossene an. Der zweite Weg, ebenfalls schlecht ausgewiesen, führt über die unterirdische, in die Jahre gekommene Einkaufspassage. Die offene, dunkle Decke des Marktes und fehlendes Tageslicht vermitteln ein eher drückendes Gefühl. Während des Testkaufs fällt schnell auf: Der Markt muss unter einer hohen Kundenfrequenz leiden. „Die Kunden dort treten sich fast gegenseitig auf die Füße und keiner macht Platz oder achtet auf den anderen“, lautet eine Google-Rezension aus dem Herbst 2025, die den schlechten Zustand des Marktes erklären kann. Die Stimmung unter den Mitarbeitern an den Kassen ist dafür überraschend gut und gelassen. Sie bleiben freundlich und hilfsbereit und grüßen zum Abschied.
Sortiment ★★★☆☆
Zu Beginn des Kundenlaufs punktet die Filiale mit einer auffällig langen und üppig bestückten Obst- und Gemüsepräsentation zur Linken und mit gekühlter Frische zur Rechten. Das Angebot an frischen Backwaren rückt Bio-Produkte der Eigenmarke Nur Nur Natur hervor. Trotz des Trubels an diesem Freitagmittag gibt es keine Grifflücken. Die relativ kleine Fläche ist maximal ausgenutzt, um das Discount-Sortiment zu präsentieren. Für saisonale Angebote und Displays nutzen die Mitarbeiter jede verfügbare Freifläche.
Sauberkeit ★★★☆☆
Die LP-Testerin findet den Aldi-Markt in einem schlechten Zustand vor: Papier, Verpackungsmüll, heruntergefallene Salatblätter, durchwühlte oder bekleckerte Regale stören das Bild. Gegenüber der Obst-Präsentation liegt offenbar schon länger eine halb mumifizierte Orange unter einem Warenträger, an dem die Verblendung fehlt. An mehreren Stellen scheinen Regale und Fußleisten „angefahren“, eine Scheibe weist Risse auf. An den offenen Kühlregalen mit Molkereiprodukten hängen über mehrere Meter Kunststoffleisten herunter, an einigen Stellen wurden sie notdürftig mit braunem Klebeband geflickt. Das Klebeband wirkt alt, löst sich schon ab. Unappetitlich: Mehrere Rollen Küchenpapier, braun verfärbt, liegen vor den beschädigten Kühlmöbeln und saugen auslaufende Flüssigkeiten auf.


