Deutsche Wirtschaft Geschäftsklima im Mittelstand stagniert im Januar

Die Stimmung im deutschen Mittelstand bleibt im Januar trübe, wie das neue KfW-Ifo-Mittelstandsbarometer zeigt. Doch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) glaubt: Der Indexwert erzählt nicht die ganze Geschichte und die Lage ist vielfach besser als gedacht.

Freitag, 30. Januar 2026, 10:41 Uhr
Manuel Glasfort
Die Stimmung im Einzelhandel und in anderen Wirtschaftsbranchen war schon mal besser. Bildquelle: AdobeStock

Der Geschäftsklimaindex für mittelständischen Unternehmen in Deutschland verharrt im Januar auf niedrigem Niveau. Der Index fiel minimal um 0,1 Zähler auf minus 15,0 Punkte, wie die KfW mitteilte. Damit liegt die Stimmung weiterhin deutlich unter der Nulllinie, die für den langfristigen Durchschnitt steht.

Stärkste Klimaverbesserung im Einzelhandel

Die KfW wertet die Entwicklung dennoch als positives Signal. Der Jahresanfang sei durch neue geopolitische Konflikte belastet gewesen, insbesondere durch die Diskussionen um Grönland. Dass der Index trotzdem nicht weiter gefallen sei, weise auf die Krisenfestigkeit des deutschen Mittelstands hin. Der Blick in einzelne Wirtschaftsbereiche zeige zudem eine positive Entwicklung. Fast überall habe sich das Klima verbessert, am stärksten im Einzelhandel, gefolgt vom Großhandel. Lediglich im Verarbeitenden Gewerbe gab es den Angaben zufolge keine Stimmungsaufhellung, allerdings auch keine Verschlechterung.

Schumacher: Wirtschaft wird in den kommenden Monaten anspringen

„Im Mittelstand sieht es derzeit besser aus als der bloße Indexwert glauben lässt. Wir gehen weiterhin davon aus, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden Monaten anspringen wird und sich die Stimmung in den Unternehmen aufhellt“, äußerte Chefvolkswirt Dirk Schumacher. Dass das übergeordnete Geschäftsklima für den gesamten Mittelstand nicht ansteige, sei lediglich einem technischen Effekt geschuldet, der mit der Saisonbereinigung dieser Zeitreihe zusammenhänge.

KfW sieht Fiskalimpuls durch Großaufträge

Mut machten auch die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe, die im Herbst deutlich angezogen seien, teilte die KfW mit. Der seit langem erwartete Fiskalimpuls zeige sich in Form von Großaufträgen. Diese erreichten zunächst zwar nur einzelne Unternehmen, würden aber nach und nach durch Folgeaufträge in die Breite der Wirtschaft durchsickern.

Bei den Großunternehmen zeigte sich im Januar eine ähnliche Stimmungsentwicklung wie im Mittelstand. Das Geschäftsklima stagnierte bei minus 19,4 Punkten. Während im Mittelstand die Geschäftserwartungen auf Sicht von sechs Monaten nachgaben, die Beurteilung der aktuellen Lage sich jedoch leicht verbesserte, war es bei den Großunternehmen genau andersherum, wie die KfW ausführte.

Marktforscher befragen monatlich 9.000 Unternehmen

Das Mittelstandsbarometer basiert auf einer größenklassenbezogenen Auswertung der Ifo-Konjunkturumfragen. Dabei befragen die Marktforscher monatlich rund 9.000 Unternehmen aus den Wirtschaftsbereichen Verarbeitendes Gewerbe, Bauhauptgewerbe, Großhandel, Einzelhandel sowie Dienstleistungen zu ihrer wirtschaftlichen Situation, darunter rund 7.500 Mittelständler. Als Mittelständler gelten Firmen, die nicht mehr als 500 Beschäftigte haben und maximal 50 Millionen Euro Jahresumsatz erzielen. Beim Einzelhandel, Bauhauptgewerbe und bei den Dienstleistungen ziehen die Marktforscher die Grenzen enger.

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