Das Weihnachtsgeschäft kann die Stimmung im deutschen Handel nicht aufhellen. Das geht aus der jüngsten Umfrage des Ifo-Instituts hervor. Das Geschäftsklima im Handel verschlechterte sich im Dezember, wie das Münchner Forschungsinstitut mitteilte. Mit einem Wert von -24,6 lag das Geschäftsklima im Handel niedriger als im November (-22,6) und so tief wie seit dem April nicht mehr. Die Urteile zur aktuellen Lage wurden nach unten korrigiert. Auch der Ausblick des Handels auf das erste Halbjahr 2026 ist trüb.
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft insgesamt hat sich erneut verschlechtert. Das Ifo-Geschäftsklima fiel um 0,4 Punkte auf 87,6 Punkte. Volkswirte hatten hingegen mit einem leichten Anstieg auf 88,2 Punkte gerechnet. „Die Unternehmen blicken pessimistischer auf das erste Halbjahr 2026“, zitierte das Institut seinen Präsidenten Clemens Fuest in der Mitteilung. „Das Jahr endet ohne Aufbruchstimmung.“
Während der Indikator zur aktuellen Geschäftslage unverändert blieb, trübten sich die Erwartungen der Firmen merklich ein. Das Ifo-Institut befragt monatlich 9.000 Unternehmen. Das Geschäftsklima ist den Angaben zufolge bereits den zweiten Monat in Folge gefallen und liegt nun etwas unter dem Höchststand von August. „Offenbar leidet die Stimmung der Unternehmen darunter, dass es im Herbst anders als von der Regierung angekündigt nicht zu wirtschaftspolitischen Reformen in der Breite gekommen ist“, schrieb Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer.
Industrie fährt Produktion zurück
In der Industrie fiel der Index laut den Angaben besonders deutlich. Kaum eine Branche bleibe davon ausgenommen. Die Zahl der Neuaufträge sei gesunken, und Unternehmen planten, die Produktion zurückzufahren. Im Dienstleistungssektor sei das Geschäftsklima in den negativen Bereich gefallen. Eine positive Ausnahme sei die Gastronomie, die von einem sehr starken Dezember berichtete, teilte das Institut mit.
Das Ifo-Institut führt die Entwicklung auf enttäuschte Erwartungen zurück. Der Ankündigungseffekt der staatlichen Milliardenpakete etwa für Infrastruktur sei mittlerweile verpufft. Das Sondervermögen der Bundesregierung sei nun aber da, die Mittel könnten abgerufen werden, teilte das Institut mit.