Demografischer Wandel Arbeitsmarkt verliert ein Drittel seiner Erwerbspersonen

Bis 2039 werden rund 13,4 Millionen Erwerbspersonen in Deutschland das Rentenalter erreichen. Dies entspricht knapp einem Drittel der aktuellen Erwerbspersonen. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. 

Mittwoch, 03. September 2025, 10:42 Uhr
Thomas Klaus
Immer weniger Haken bald besetzt: Bis 2039 werden rund 13,4 Millionen Erwerbspersonen in Deutschland das Rentenalter erreichen. Bildquelle: Getty Images

Bis 2039 werden rund 13,4 Millionen Erwerbspersonen das gesetzliche Renteneintrittsalter von 67 Jahren überschritten haben, teilte das Statistische Bundesamt mit. Dies entspricht knapp einem Drittel (31 Prozent) aller Erwerbspersonen, die 2024 dem Arbeitsmarkt zur Verfügung standen.

Erwerbsquote von 68 Prozent bei 60- bis 64-Jährigen

Die Zahlen basieren auf dem Mikrozensus 2024 und verdeutlichen die Herausforderungen des demografischen Wandels für den deutschen Arbeitsmarkt. Die Generation der Babyboomer spielt dabei eine entscheidende Rolle. Im Jahr 2024 stellten die 55- bis 59-Jährigen mit 5,6 Millionen die größte Gruppe der Erwerbspersonen, gefolgt von den 60- bis 64-Jährigen mit 4,4 Millionen. Das entsprach einer Erwerbsquote von 68 Prozent in dieser Altersgruppe.

Von den jüngeren Babyboomern im Alter von 55 bis 59 Jahren war ein deutlich höherer Anteil (85 Prozent) noch am Arbeitsmarkt aktiv. Beide Altersgruppen umfassten zusammen 10,0 Millionen Erwerbspersonen und damit mehr als die jüngeren Altersgruppen bis 54 Jahre.

25- bis 34-Jährige deutlich unter Babyboomer-Zahl

Zwar hatten sowohl die 45- bis 54-Jährigen als auch die 35- bis 44-Jährigen mit 90 Prozent beziehungsweise 89 Prozent die höchsten Erwerbsquoten. Allerdings reichte die Zahl der Erwerbspersonen mit 9,3 beziehungsweise 9,8 Millionen nicht ganz an die der Babyboomer heran.

Auch die 25- bis 34-Jährigen lagen mit 9,0 Millionen Erwerbspersonen deutlich unter der Zahl der Babyboomer. Gleiches galt für die beiden jüngsten Altersgruppen unter 25 Jahren, die sich teilweise noch in ihrer Ausbildungsphase befanden und erst nach Abschluss ihrer Ausbildung vollumfänglich für den Arbeitsmarkt aktiviert werden könnten.

Erwerbstätigenquote Älterer den vergangenen zehn Jahren gestiegen

Um dem künftigen Arbeitskräftemangel zumindest kurzfristig entgegenzuwirken, wird diskutiert, die geburtenstarken Jahrgänge umfassender im Berufsleben zu halten oder dafür zu reaktivieren. Die Erwerbstätigenquote von älteren Menschen ist in den vergangenen zehn Jahren bereits gestiegen: Während 2014 knapp zwei Drittel (65 Prozent) der 55- bis 64-Jährigen einer Erwerbstätigkeit nachging, waren es 2024 bereits drei Viertel (75 Prozent). Das entspricht einer Steigerung von 10 Prozentpunkten. Damit ist die Erwerbstätigenquote der 55- bis 64-Jährigen deutlich stärker gestiegen als in jüngeren Altersgruppen.

Bei den 15- bis 24-Jährigen nahm sie im selben Zeitraum um 5 Prozentpunkte auf zuletzt 51 Prozent zu. Am geringsten fiel die Steigerung bei den 25- bis 54-Jährigen aus: Hier stieg die Erwerbstätigenquote von 83 Prozent im Jahr 2014 auf 85 Prozent im Jahr 2024.

Großteil der Erwerbstätigen vorzeitig im Ruhestand

Trotz der zunehmenden Erwerbstätigkeit älterer Menschen, gehen nach wie vor viele von ihnen vorzeitig in den Ruhestand. Die Gründe hierfür sind vielfältig und reichen von gesundheitlichen Einschränkungen über versicherungsrechtliche Besonderheiten wie langjährige Beitragszahlungen oder Frühverrentungsangeboten von Unternehmen bis hin zum Wunsch nach mehr Freizeit.

Waren mit 58 Jahren im vergangenen Jahr noch 82 Prozent (2014: 74 Prozent) erwerbstätig, lag die Quote bei den 60-Jährigen bereits bei 79 Prozent (2014: 69 Prozent). Ab 62 Jahren nimmt die Erwerbstätigkeit deutlicher ab: 70 Prozent (2014: 56 Prozent) gingen in diesem Alter einer Erwerbstätigkeit nach, mit 64 Jahren waren es noch 46 Prozent (2014: 33 Prozent). Mit 66 beziehungsweise 68 Jahren war ein Großteil der Erwerbstätigen aus dem Berufsleben ausgeschieden: Die entsprechenden Erwerbstätigenquoten lagen im vergangenen Jahr bei 22 Prozent (2014: 15 Prozent) und 16 Prozent (2014: 11 Prozent). 

 

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