Fünf-Jahres-Vergleich Brotkonsum in Deutschland sinkt um zehn Prozent

Deutsche Haushalte kaufen weniger Brot als vor fünf Jahren. Laut einer Yougov-Studie sank der Konsum um knapp zehn Prozent. Der Preisanstieg und veränderte Essgewohnheiten seien die Hauptgründe.

Mittwoch, 09. Juli 2025, 13:39 Uhr
Thomas Klaus
Nicht mehr so verlockend wie früher: Die Verbraucher halten sich beim Kauf von Brot zunehmend zurück. Bildquelle: Getty Images

Deutsche Haushalte kaufen weniger Brot. Das Marktforschungsinstitut Yougov stellte fest, dass die Haushalte 2024 durchschnittlich 4,3 Kilogramm weniger Brot als noch 2019 kauften. Dies entspricht einem Rückgang von knapp zehn Prozent.

Auch geänderte Konsumgewohnheiten ein Faktor

Yougov-Expertin Katja Trieschmann führt diese Entwicklung vor allem auf gestiegene Preise und veränderte Konsumgewohnheiten zurück. „Konsumenten greifen zu alternativen Produkten, frühstücken teils nicht mehr zu Hause und nehmen über den Tag eher kleinere Snacks zu sich“, erklärte Trieschmann. Klassische Anlässe wie Frühstück, Pausen- oder Abendbrot verlören an Bedeutung.

Rückgang trifft klassische Bäckereien besonders

Die Daten beziehen sich auf den privaten Konsum zu Hause und schließen Toast- und Sandwichbrot ein. Yougov erfasste keine fertigen Waren wie belegte Brote, die Menschen außer Haus kaufen und verzehren.

Besonders stark betrifft der Rückgang die klassischen Bäckereien. Zwischen Mai 2024 und April 2025 kauften nur noch knapp 45 Prozent der Haushalte mindestens einmal Brot in einer Bäckerei, verglichen mit 52 Prozent fünf Jahre zuvor.

Erhebliche Preissprünge bei Broten

Ein wesentlicher Faktor für den Rückgang sind die gestiegenen Brotpreise. Das Statistische Bundesamt ermittelte, dass Weiß-, Roggen-, Misch-, Körner- oder Vollkornbrote im Mai je nach Sorte durchschnittlich 34 bis 37 Prozent mehr als vor fünf Jahren kosteten. Der Preis für die wichtigste Zutat, Mehl, stieg sogar um 47 Prozent.

In Bäckereien zahlten Kunden zuletzt durchschnittlich 5,03 Euro pro Kilogramm Brot. Vorverpacktes Brot im Supermarkt kostete 3,19 Euro und Ware aus der Backstation 2,77 Euro.

Brot bleibt wichtiger Teil der Ernährung

Trotz des Rückgangs bleibt Brot für viele Deutsche ein wichtiger Teil der Ernährung. Eine repräsentative Yougov-Umfrage ergab, dass 14 Prozent der Befragten mehrmals täglich und 30 Prozent einmal pro Tag Brot oder Brötchen essen. Weitere 48 Prozent greifen ein- oder mehrmals pro Woche zu diesen Backwaren.

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