Grant Thornton hat in Zusammenarbeit mit dem Marltforschungsinstitut Yougov eine Studie zur Bedeutung von Nachhaltigkeit und ESG im deutschen Mittelstand vorgenommen. Die Ergebnisse zeigen, dass 93 Prozent der befragten Unternehmen Nachhaltigkeit als wichtig erachten.
Die Abkürzung ESG steht für Environmental, Social and Governance, also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Es handelt sich um Kriterien, die Unternehmen und Investoren nutzen, um die Nachhaltigkeit und ethische Wirkung von Investitionen oder Geschäftspraktiken zu bewerten.
34 Prozent im Stadium Best Case
Laut der Studie beschäftigen sich 65 Prozent der Mittelständler mit Nachhaltigkeit, um Effektivität und Effizienz zu steigern sowie Kosten zu sparen. Für jeweils 54 Prozent treiben Kunden beziehungsweise die eigene Reputation die Nachhaltigkeitsbestrebungen an.
Aktuell ordnen sich 34 Prozent der Unternehmen im „Base Case“ ein. Das bedeutet: Bestehende regulatorische Anforderungen werden mit minimalem Aufwand umgesetzt. Dagegen sehen sich 18 Prozent als „Front Runner“, die über die gesetzlichen Vorgaben hinaus eigene Maßstäbe etablierten. In den nächsten fünf Jahren wollen 27 Prozent der Befragten ihr Ambitionsniveau in Sachen ESG deutlich erhöhen.
Grant Thornton sieht aktives Vorantreiben von ESG
„Der Mittelstand hat die strategische Bedeutung von ESG erkannt und treibt diese aktiv voran“, so Grant-Thornton-Vorstandsmitglied Marc A. Sahner. 62 Prozent der Mittelständler planen demnach, freiwillig über Nachhaltigkeit zu berichten, auch ohne gesetzliche Verpflichtung.
Die Studie zeigt auch, dass ESG im Top-Management angekommen ist. Bei 48 Prozent der Befragten verantwortet der Geschäftsführer oder Vorstandsvorsitzende den Bereich ESG. 41 Prozent der Mittelständler beschäftigen mehr als vier Mitarbeiter für Nachhaltigkeitsthemen. Gleichzeitig beklagen 36 Prozent der Unternehmen einen Mangel an interner ESG-Expertise und Fachkräften.
Mangel an klaren regulatorischen Vorgaben
Als Hindernisse bei der Umsetzung von ESG-Projekten nennen 44 Prozent die hohe Komplexität der ESG-Kriterien und -Standards. 39 Prozent bemängeln fehlende klare regulatorische Vorgaben. „Die Gesetzeslage im Bereich Nachhaltigkeitsberichterstattung ist komplex und hoch dynamisch“, erläutert Dr. Claudia Schrimpf-Dörges, Partnerin bei Grant Thornton in Deutschland.
Grant Thornton führte die Studie im Juni 2025 online unter rund 580 Unternehmensentscheidern in mittelständischen Unternehmen in Deutschland durch. Sie untersuchte Themen wie Treiber von Nachhaltigkeitsberichterstattung, ESG-Bereitschaft und den Umgang mit der Regulatorik.
