Studie zu gesunder Ernährung Verbraucher-Mehrheit befürwortet politische Eingriffe

Die Mehrheit der Verbraucher befürwortet staatliche Maßnahmen zur Förderung gesunder Ernährung. Das behauptet der Verbraucherzentrale Bundesverband unter Berufung auf eine von ihm beauftragte Studie. Derzufolge müssen viele Konsumenten oft an gesunden Lebensmitteln sparen.

Mittwoch, 11. Juni 2025, 11:12 Uhr
Thomas Klaus
Schwierigere Kaufentscheidung: Die Verbraucher in Deutschland achten vermehrt auf die Lebensmittelpreise. Bildquelle: Carsten Hoppen

Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert von der Bundesregierung Maßnahmen, mit denen eine gesunde Ernährung gefördert wird.  Anlass ist eine aktuelle Studie, die der Verband in Auftrag gegeben hatte. Vom 10. bis 16. Dezember 2024 hatte das Institut für Handelsforschung Köln (IFH) 1.001 Personen ab 16 Jahren internetrepräsentativ befragt.

Verband: Bestimmte Mehrwertsteuern sollten fallen

Die Untersuchung zeigt angeblich, dass viele Menschen in Deutschland Schwierigkeiten haben, sich ausgewogen zu ernähren – vor allem wegen hoher Lebensmittelpreise.

Laut der Studie finden 50 Prozent der Befragten gesunde Lebensmittel wie frisches Obst und Gemüse oft zu teuer. 44 Prozent schränken sich beim Kauf gesunder Lebensmittel aufgrund gestiegener Preise häufig ein. Besonders betroffen sind Haushalte mit niedrigem Einkommen. Bei Befragten mit einem Haushaltsnettoeinkommen unter 2.000 Euro schränken sich sogar 68 Prozent beim Kauf gesunder Lebensmittel oft ein, so die Verbraucherschützer.

„Gesunde Ernährung muss für alle Menschen in Deutschland möglich sein – unabhängig vom Geldbeutel“, sagte Michaela Schröder, Geschäftsbereichsleiterin Verbraucherpolitik im Verbraucherzentrale Bundesverband. Der Verband fordert, die die Mehrwertsteuer für Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte solle abgeschafft werden. Zudem solle eine beitragsfreie Kita- und Schulverpflegung sicherstellen, dass alle Kinder und Jugendlichen täglich gesund essen können.

Große Mehrheit für Mehrwertsteuerbefreiung

Die Studie zeigt eine breite Zustimmung für staatliche Maßnahmen zur Förderung gesunder Ernährung. 91 Prozent der Befragten halten die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf gesunde Lebensmittel für sinnvoll. 89 Prozent befürworten strengere Werbebeschränkungen für Produkte mit hohem Fett-, Zucker- und Salzgehalt zum Schutz von Kindern. Eine Abgabe auf stark zuckerhaltige Getränke, um Hersteller zur Reduzierung des Zuckergehalts zu motivieren, unterstützen 79 Prozent.

„Die Ergebnisse zeigen: Verbraucher wünschen sich eine aktive Rolle des Staates, wenn es um gesunde Ernährung geht“, erklärte Schröder. Der Verbraucherzentrale Bundesverband betont, dass gesunde Ernährung nicht ausschließlich als Frage der Eigenverantwortung gelten dürfe. Stattdessen erwarteten die Verbraucher von der Politik, dass sie gesunde Ernährung durch bessere Rahmenbedingungen, faire Preise und klare Informationen gezielt fördere.

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