Der Handelsverband Deutschland unterstützt die neue Binnenmarktstrategie der EU-Kommission. Diese zielt darauf ab, dass Hindernisse und bürokratische Hürden im europäischen Binnenmarkt abgebaut werden.
Verbot territorialer Lieferbeschränkungen zentraler Punkt
Ein zentraler Punkt dieser Strategie ist das geplante Verbot von territorialen Lieferbeschränkungen (Territorial Supply Constraints). „Es ist überfällig, dass Handelsunternehmen auch im Einkauf endlich alle Vorteile eines einheitlichen EU-Binnenmarkts nutzen können.“ Das sagt Antje Gerstein, Geschäftsführerin für Europapolitik beim HDE.
Konkret geht es Antje Gerstein zufolge hierum: Länderspezifische Vertriebsstrategien der Lebensmittelindustrie teilen den EU-Binnenmarkt entlang nationaler Grenzen auf. Hersteller machen beim Verkauf ihrer Produkte an Händler oft Vorgaben, in welchen Ländern diese zum Verkauf angeboten werden dürfen. „In der Folge bezahlen viele Verbraucher in der EU unnötig hohe Preise, weil die Handelsunternehmen nicht alle Vorteile eines echten Binnenmarktes nutzen können“, so Gerstein. Laut EU-Kommission könnten Verbraucher künftig bis zu 14,1 Milliarden Euro sparen.
Unterstützung auch vom Bundesverband E-Commerce
Auch der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland begrüßt die Strategie. Alien Mulyk, Geschäftsführerin für Public Affairs Europa & Internationales beim Bundesverband, sieht darin den „lang ersehnten Auftakt für einen stärkeren E-Commerce in Europa“. Der Verband ist besonders mit dem Vorhaben eines so genannten One Stop Shop für die Pflichten der erweiterten Herstellerverantwortung zufrieden. Bisher müssen Händler in jedem Mitgliedsstaat verschiedene Anforderungen an die Registrierung und Berichtspflichten erfüllen. Das soll sich ändern.
Europäische Strategie mt mehreren Schwerpunkten
Die Strategie der Europäischen Kommission konzentriert sich auf mehrere Schwerpunkte. Die zehn schädlichsten Hindernisse für den freien Waren- und Dienstleistungsverkehr sollen beseitigt werden. Eine neue Dynamik für den europäischen Dienstleistungssektor wird angestrebt, auch durch vereinfachte Vorschriften und Normierung.
Ferner plant die Europäische Kommission unter anderem die Einführung einer „KMU-ID“, eines Online-Tools zur einfachen Überprüfung des KMU-Status. Hintergrund: Die Kommission will eine neue Definition von kleinen Midcap-Unternehmen einführen. Einige der Vorteile, die KMU gewährt werden, sollen auch diese KMU einbeziehen.
