Discounter Aldi Süd sortiert Fleischtheken um – und löst Kritik aus

Der Discounter Aldi Süd stellt die Sortierung seiner Frischfleischtheken von Tierarten auf Haltungsformen um. Die Umstellung in 2.000 Filialen soll bis Mitte Juli abgeschlossen sein. Verbraucherschützer kritisieren jedoch die Platzierung von Hackfleisch aus niedrigen Haltungsformen im grünen Bereich der Theke.

Mittwoch, 21. Mai 2025, 17:24 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Die neue Kühltheke bei Aldi Süd unterteilt sich in drei farblich markierte Bereiche. Bildquelle: Aldi Süd

Der Lebensmitteldiscounter Aldi Süd ordnet seine Frischfleischtheken nach Haltungsformen statt nach Tierarten. Die Umstellung in den rund 2.000 Filialen in Süd- und Westdeutschland soll bis Mitte Juli abgeschlossen sein, wie das Unternehmen mitteilte.

Die neue Kühltheke unterteilt sich in drei farblich markierte Bereiche: Blau steht für konventionelle Tierhaltung der Stufen 1 und 2, grün für höhere Haltungsformen der Stufen 3, 4 und 5. Aktionsware findet sich im roten Bereich. Allerdings platziert Aldi Süd auch Hackfleisch aus niedrigeren Haltungsformen im grünen Bereich – was Kritik hervorruft.

„Ein neues Kühlkonzept bezogen auf die Haltungsformen sollte verbraucherfreundlich und transparent sein“, teilte die Lebensmittelexpertin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, Heike Silber, mit. Die Platzierung von Hackfleisch aus den Haltungsformen 1 und 2 im grünen Bereich könne Kunden verwirren. Das Unternehmen begründet die Entscheidung damit, dass Hackfleisch stärker gekühlt werden müsse und der Großteil des Sortiments aus höheren Haltungsformen stamme.

Wettbewerber Lidl und Kaufland bleiben bei Tierarten-Sortierung

Die Wettbewerber reagieren unterschiedlich auf das neue Konzept. Lidl, Kaufland und Aldi Nord halten an der klassischen Sortierung nach Tierarten fest. Edeka und Netto prüfen den Ansatz. Die Rewe-Gruppe äußerte sich nicht zu den Plänen.

Bei Schweinefleisch im Selbstbedienungsregal stammten nach aktuellen Daten für 2023 nur noch 1,5 Prozent aus der untersten Haltungsstufe 1. Bei Rindfleisch liegt der Anteil mit 75,6 Prozent deutlich höher. Die großen Handelsketten wollen bis 2030 das gesamte Frischfleischangebot ihrer Eigenmarken auf die höheren Haltungsformstufen 3 und 4 umstellen – sofern genügend Ware verfügbar ist.

Ausweitung auf Milch, Wurst und Käse geplant

Das neue Kühlkonzept soll nach Unternehmensangaben auch auf Milch, Wurst und Käse ausgeweitet werden. Aldi Süd will bei diesen Produkten künftig deutlicher auf höhere Haltungsformen aufmerksam machen. Die Haltungsform ist ein freiwilliges Kennzeichnungssystem für Fleisch und verarbeitete Produkte von Schwein, Rind und Geflügel.

Bei Puten- und Hähnchenfleisch gab es im Kühlregal laut den aktuellen Daten für 2023 kein Fleisch mehr aus der untersten Haltungsform. Die Haltungsform-Kennzeichnung umfasst fünf Stufen mit wachsenden Anforderungen an die Tierhaltung – von Stufe 1 mit den gesetzlichen Mindestanforderungen bis Stufe 5, die Bio-Standard entspricht.

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