Neue Untersuchung In Deutschland schließen 16 Prozent mehr Unternehmen

Die Zahl der Unternehmensschließungen in Deutschland stieg 2024 um 16 Prozent auf 196.100. Das ist ein Plus von 16 Prozent und somit der höchste Wert seit 2011. Im Handel betrug die Schließungsquote 13 Prozent.

Donnerstag, 22. Mai 2025, 11:43 Uhr
Thomas Klaus
Mehr Geschäftsaufgaben auch im Handel: Das wirtschaftliche Umfeld belastet die Branchen flächendeckend. Bildquelle: Getty Images

Die Zahl der Unternehmensschließungen in Deutschland ist 2024 stark gestiegen. Eine gemeinsame Untersuchung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung Mannheim (ZEW) fand heraus, dass bundesweit 196.100 Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit aufgegeben haben. Dies entspricht einem Anstieg von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Es ist der höchste Wert seit 2011. Im Handel betrug die Schließungsquote 13 Prozent.

Hantzsch: Alarmierende Zahlen in allen Bereichen

„Die Schließungszahlen sind in allen Wirtschaftsbereichen alarmierend. Seit 14 Jahren haben wir keine höheren Werte mehr gesehen“, verdeutlichte Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung. Besonders betroffen sind energieintensive Branchen wie die Herstellung von Papier, Kokereien und Mineralölverarbeitung, Herstellung von chemischen Erzeugnissen, Glaswaren, Keramik, Zement und Metallerzeugung und Metallverarbeitung. Dort stieg die Zahl der Betriebsschließungen um 26 Prozent auf 1.050. Steigende Energiekosten und der Konkurrenzdruck durch ausländische Produzenten gelten laut Creditreform und ZEW als Ursache.

Überdurchschnittlicher Anstieg auch bei technologieintensiven Dienstleistungen

Auch im Bereich der technologieintensiven Dienstleistungen verzeichnete die Studie einen überdurchschnittlichen Anstieg der Schließungen um 24 Prozent. Rund 13.800 Unternehmen aus Branchen wie IT, Produktentwicklung und Umwelttechnik stellten ihre Tätigkeit ein. Creditreform und ZEW sehen hier vor allem einen Zusammenhang mit dem Personalmangel. 

Stark steigende Schließungszahlen hat ebenfalls das Grundstücks- und Wohnungswesen. Gegenüber 2023 stieg die Zahl der Marktaustritte um 20 Prozent auf 9.700 Unternehmen.  

Im Gesundheitssektor verzeichnete die Branche etwa 10.800 Marktaustritte, was einem Anstieg von gut 8 Prozent entspricht. Dies könnte nach Einschätzung der Studienautoren die flächendeckende Versorgung mit Apotheken und Arztpraxen weiter verschlechtern.

Schließungen größerer Unternehmen klares Alarmsignal

Besorgniserregend ist laut der Untersuchung auch der starke Anstieg an Schließungen größerer, wirtschaftlich aktiver Unternehmen. 2024 meldeten sich gut 4.050 solcher Unternehmen ab – fast doppelt so viele wie in einem durchschnittlichen Jahr. „Das ist ein klares Alarmsignal an die Wirtschaftspolitik. Viele Unternehmen verlagern ihre Produktion ins Ausland, schließen Standorte oder investieren gar nicht mehr in Deutschland“, warnte Hantzsch. Er betonte, dass die deutsche Wirtschaft dadurch zunehmend an Substanz und Fachwissen verliere.

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