Arbeitsmarkt Erwerbstätigenzahl in Deutschland sinkt leicht

Im ersten Quartal dieses Jahres ist die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland um 7.000 Personen gesunken. Im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe vergrößerte sich das Minus auf 29.000 Personen. Trotz des Rückgangs stieg das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen.

Montag, 19. Mai 2025, 14:10 Uhr
Thomas Klaus
Stärkere Suche nach Personal: Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland ist im ersten Quartal 2025 gesunken. Bildquelle: GettyImages

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland ist im ersten Quartal 2025 leicht gesunken. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes arbeiteten rund 45,8 Millionen Menschen Im Vergleich zum Vorquartal verringerte sich die Erwerbstätigenzahl saisonbereinigt um 7.000 Personen.

Abwärtstrend der vergangenen Quartale geht weiter

Der Abwärtstrend der vergangenen Quartale setzte sich damit fort. Im vierten Quartal 2024 war die Zahl der Erwerbstätigen um 12.000 Personen zurückgegangen, im dritten Quartal 2024 sogar um 51.000 Personen. Verglichen mit dem ersten Quartal 2024 verringerte sich die Erwerbstätigenzahl um 60.000 Personen oder 0,1 Prozent.

Besonders stark fiel der Rückgang im Produzierenden Gewerbe aus. Hier verringerte sich die Zahl der Erwerbstätigen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 127.000 Personen oder 1,6 Prozent. Auch im Baugewerbe sank die Beschäftigung, und zwar um 34.000 Personen oder 1,3 Prozent.

Dienstleistungssektor verzeichnet Zuwächse

Zuwächse verzeichneten hingegen einige Dienstleistungsbereiche. Der Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit wuchs um 192.000 Personen oder 1,6 Prozent. Bei Finanz- und Versicherungsdienstleistern stieg die Zahl der Erwerbstätigen um 17.000 Personen oder ebenfalls 1,6 Prozent.  Im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe vergrößerte sich das Minus auf 29.000 Personen.

Auffällig entwickelte sich die Zahl der Selbstständigen. Sie sank im Vergleich zum Vorjahresquartal um 89.000 Personen oder 2,3 Prozent auf 3,7 Millionen. Die Zahl der Arbeitnehmer stieg hingegen leicht um 29.000 oder 0,1 Prozent auf 42,1 Millionen Personen.

Unterdurchschnittliche Entwicklung im Europa-Vergleich

Trotz des Rückgangs der Erwerbstätigenzahl wuchs das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen. Nach Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit nahm es im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,2 Prozent auf 15,7 Milliarden Stunden zu. Die durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je erwerbstätiger Person erhöhten sich um 0,4 Prozent auf 341,8 Stunden.

Im europäischen Vergleich entwickelte sich der deutsche Arbeitsmarkt unterdurchschnittlich. Das europäische Statistikamt Eurostat meldete für das erste Quartal 2025 in den 27 Staaten der Europäischen Union einen durchschnittlichen Anstieg der Erwerbstätigkeit um 0,6 Prozent und im Euroraum um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

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