Der Fachkräftemangel im Handel hat sich leicht entspannt. Rund 18,4 Prozent der Unternehmen berichteten zum Jahresanfang von Schwierigkeiten, offene Stellen mit qualifizierten Arbeitskräften zu besetzen, wie das Ifo-Institut mitteilte. Im Oktober waren es noch 22,3 Prozent gewesen. Im Einzelhandel ging der Wert von 25,4 Prozent im Oktober auf 21,6 Prozent zurück, im Großhandel von 20,1 Prozent auf 16,2 Prozent.
Insgesamt fehlten im Januar 22,7 Prozent der Unternehmen in Deutschland qualifizierte Arbeitskräfte. Das ist der niedrigste Stand seit fünf Jahren. Im Oktober lag der Wert noch bei 25,8 Prozent.
„Eine Rolle spielt weiterhin die schwache konjunkturelle Entwicklung“, zitierte das Institut den Ifo-Forscher Klaus Wohlrabe in der Mitteilung. Die schwächelnde Wirtschaft dämpft die Nachfrage nach Personal. Zugleich verändert der technologische Wandel, vor allem die künstliche Intelligenz, zunehmend den Arbeitsmarkt, so Wohlrabe.
Besonders deutlich sank der Fachkräftemangel im Bereich Transport und Logistik. Der Anteil der betroffenen Unternehmen fiel von 42,7 auf 30,6 Prozent. Insgesamt klagte rund jeder vierte Dienstleister über fehlendes Personal. Rechts- und Steuerberatern fehlen mit 58,4 Prozent weiterhin besonders häufig Fachkräfte, ebenso Leiharbeitsfirmen mit 56,6 Prozent.
Automobilhersteller spüren wenig Mangel
In der Industrie berichten 16,6 Prozent der Unternehmen von einem Mangel an Fachkräften – ein halber Prozentpunkt weniger als im Oktober. Im Automobilsektor sowie bei den Herstellern elektrischer Ausrüstungen liegt der Anteil knapp unter 10 Prozent. Im Maschinenbau beträgt er rund 19 Prozent. Im Bauhauptgewerbe bleibt der Anteil der betroffenen Unternehmen mit 30,4 Prozent hoch.
„Der Rückgang darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass strukturelle Herausforderungen bestehen bleiben“, warnte Wohlrabe laut der Mitteilung. Die Alterung der Bevölkerung trifft auf einen tiefgreifenden technologischen Wandel. Das wird die Nachfrage nach bestimmten Qualifikationen weiter verschieben, so der Forscher.