Die Preise für Lebensmittel in Deutschland sind im März erneut deutlich gestiegen. Verbraucher mussten für Nahrungsmittel 3,0 Prozent mehr zahlen als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Besonders stark verteuerten sich Speisefette und Öle mit einem Plus von 9,2 Prozent sowie Obst mit 5,7 Prozent und Gemüse mit 5,3 Prozent. Auch Molkereiprodukte und Eier kosteten mit einem Anstieg von 4,1 Prozent spürbar mehr. Lediglich Fisch und Meeresfrüchte verbilligten sich leicht.
Vor allem Energiepreise sorgten für Entspannung
Die Gesamtinflation in Deutschland sank dagegen leicht auf 2,2 Prozent, nach 2,3 Prozent in den beiden Vormonaten Januar und Februar. Im Dezember hatte die Teuerungsrate noch bei 2,6 Prozent gelegen. Höhere Inflationsraten schmälern die Kaufkraft der Verbraucher, da sie sich für einen Euro weniger leisten können.
Zur Entspannung trugen vor allem die Energiepreise bei, die im März um 2,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau lagen. In den drei Monaten zuvor waren die Energiepreise jeweils um 1,6 Prozent niedriger als im Vorjahr gewesen. Der starke Preisanstieg bei Energie hatte nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022 eingesetzt.
Die Preise für Dienstleistungen wie Restaurantbesuche stiegen mit 3,5 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich. Union und SPD planen eine dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer für Speisen in Restaurants von 19 auf 7 Prozent. Dies könnte die Preise dämpfen – vorausgesetzt, die Gastronomen geben die Steuersenkung an ihre Kunden weiter und senken die Preise auf ihren Speisekarten.
Ifo-Institut erwartet stabile Inflationsrate
Volkswirte rechnen damit, dass die Inflationsrate im weiteren Jahresverlauf zurückgehen wird – wenn auch nicht ganz so schnell wie zunächst erhofft. Das Münchner Ifo-Institut erwartet in den kommenden Monaten eine weitgehend stabile Rate von etwas mehr als zwei Prozent. Damit würde die Teuerung knapp über der Zielmarke der Europäischen Zentralbank liegen. Der Bankenverband BVR warnt allerdings, dass das beschlossene Milliardenpaket für Verteidigung und Infrastruktur die Inflation wieder antreiben könnte.
Die künftige Preisentwicklung bleibt ungewiss. Die konfrontative Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump könnte amerikanische Produkte in Europa verteuern. Andererseits könnten verstärkt Hersteller aus China auf den europäischen Markt drängen, um US-Zöllen auszuweichen. „Manche Preise könnten also fallen, weil der Wettbewerb zunimmt“, erklärte Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, gegenüber „tagesschau24“. „Wir müssen uns also erstmal keine Sorgen machen, dass wir in Deutschland eine hohe Inflation oder Preissteigerung haben“, fügte er hinzu.
