Fehlende Transportkapazitäten DSLV-Hauptgeschäftsführer gibt Entwarnung für Weihnachtsgeschäft

Einschränkungen des Weihnachtsgeschäftes im Handel aufgrund fehlender Transportkapazitäten wurden von den Teilnehmern der jüngsten Sitzung des Fachausschusses Straßengüterverkehr des Bundesverbandes Spedition und Logistik (DSLV) nicht bestätigt. Das hat DSLV-Hauptgeschäftsführer Frank Huster (Foto) der Lebensmittel Praxis berichtet.

Donnerstag, 05. Dezember 2024, 15:24 Uhr
Thomas Klaus
Frank Huster ist seit Januar 2013 DSLV-Hauptgeschäftsführer. Bildquelle: DSLV

Entwarnung von  Frank Huster, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Spedition und Logistik (DSLV), im Gespräch mit der LP: Einschränkungen des Weihnachtsgeschäftes im Handel aufgrund fehlender Transportkapazitäten wurden von den Teilnehmern der jüngsten Sitzung des DSLV-Fachausschusses Straßengüterverkehr nicht bestätigt. 

Huster bezieht sich auf Warnungen des Logistik-Experten Gunnar Gburek. Der Head of Business Affairs beim Freight-Tech-Unternehmen Timocom hatte prognostiziert: Der Einzelhandel werde in den Wochen vor Weihnachten um Transportkapazitäten kämpfen müssen. Mit deutlich höheren Preisen müsse gerechnet werden. Außerdem würden einige Waren gar nicht oder zu spät angeliefert werden. Diese Befürchtungen sind anscheinend in dieser Form nicht eingetreten.

100-Tage-Programm für die neue Bundesregierung

Unterdessen hat der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) heute ein 100-Tage-Programm mit dringenden Forderungen für die neue Bundesregierung vorgelegt. Der Verband reagiert damit auf die angespannte Lage in der mittelständischen Transportbranche vor der bevorstehenden Bundestagswahl, wie sie auch der DSLV wahrnimmt.

Das Programm umfasst fünf Kernpunkte, die nach Ansicht des BGL die neue Regierung in den ersten Tagen nach der Wahl angehen muss. Dazu zählen die Reinvestition von Lkw-Mauteinnahmen in den Finanzierungskreislauf Straße, Maßnahmen gegen den Fahrermangel und Bürokratieabbau mit mittelfristiger Abschaffung aller Berichtspflichten, die durch behördliche Kontrollen ersetzt werden sollen.

Warnung vor gefährdeter Versorgungssicherheit in Deutschland

Dem Sterben mittelständischer Transportunternehmen müsse unter anderem durch einen Mittelstandspakt für den Mittelstand und Kampf gegen das Sozialdumping begegnet werden. Ferner brauche es geeigneter Rahmenbedingungen für einen klimafreundlichen Straßengüterverkehr.

BGL-Vorstandssprecher Dirk Engelhardt betont, wie dringlich die Lage aus seiner Sicht ist: „Die Situation in der mittelständischen Transportbranche ist sehr ernst. Zahlreiche mittelständische Transportunternehmen sind politikmüde, geben ihre Betriebe auf oder sind bereits insolvent.“ Er warnte, dass dadurch die Versorgungssicherheit in Deutschland gefährdet sei.

BGL drängt auf schnelles Handeln

Der BGL will der künftigen Regierung verdeutlichen, dass schnelles Handeln notwendig ist. „Das 100 Tage-Programm des BGL soll klar machen, dass die neue Regierung bereits in den ersten 100 Tagen eine echte Wirtschaftswende einleiten muss“, erklärt Engelhardt. 

Der BGL hebt die volkswirtschaftliche Bedeutung der Transport- und Logistikbranche hervor. Sie sei mit drei Millionen Beschäftigten der drittgrößte Wirtschaftsbereich in Deutschland. Rund 85 Prozent aller Güter würden mit 800.000 Lkw pro Tag befördert.

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