Einzelhandelstrend Studie bestätigt wachsende Beliebtheit von Eigenmarken

Eine Studie der Unternehmensberatung Oliver Wyman zeigt: 41 Prozent der deutschen Konsumenten bevorzugen zunehmend Eigenmarken statt Markenartikel. 89 Prozent der Käufer sehen dabei keine Qualitätseinbußen. Besonders populär sind Milch- und Frühstücksprodukte.

Mittwoch, 20. November 2024, 11:13 Uhr
Thomas Klaus
Die Popularität von Eigenmarken ist ungebrochen. Sie bedienen offenbar die Preissensibilität der Verbraucher besonders gut. Bildquelle: Carsten Hoppen

Der Trend zu Eigenmarken im deutschen Einzelhandel verstärkt sich. Eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Oliver Wyman zeigt, dass 41 Prozent der befragten deutschen Verbraucher in den vergangenen zwölf Monaten ihre Präferenz von Markenartikeln zu Eigenmarken verschoben haben. Weitere 20 Prozent erwägen einen solchen Wechsel.

Deutliche Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich

Für die Studie befragten die Berater jeweils 1.200 Konsumenten in Deutschland und Frankreich. Die Ergebnisse offenbaren deutliche Unterschiede zwischen den beiden Ländern. In Frankreich liegen die entsprechenden Werte mit 31 und 19 Prozent spürbar niedriger. In Deutschland betrifft der Trend besonders Milchprodukte und Frühstücksprodukte, am wenigsten Süßwaren.

Bemerkenswert ist, dass 89 Prozent der deutschen Eigenmarken-Käufer angeben, für die gleiche oder sogar bessere Qualität weniger zu bezahlen. Nur 11 Prozent sehen den Kauf als Kompromiss im Sinne von „günstiger Preis – geringere Qualität“. In Frankreich liegt dieser Wert mit 22 Prozent deutlich höher.

Oliver Wyman rät Markenherstellern zu Innovationen

Trotz des Trends zu Eigenmarken zeigt die Studie auch, dass Markenprodukte nicht völlig aus dem Fokus geraten. 39 Prozent der deutschen Eigenmarken-Konsumenten geben an, bei Innovationen oder Special Editions durchaus ein Markenprodukt in Erwägung zu ziehen. In Frankreich fällt dieser Wert mit 15 Prozent deutlich geringer aus.

Jens von Wedel, Partner und Handelsexperte bei Oliver Wyman, sieht die Markenhersteller vor Herausforderungen. „Die Strahlkraft von Marken sinkt vor allem in Kategorien mit begrenztem Differenzierungspotenzial, etwa Molkereiprodukte oder Reinigungsmittel“, so von Wedel. Er rät den Herstellern, sie sollten verstärkt auf Innovationen und profitable Nischen setzen.

Deutsche Verbraucher sind besonders preissensibel

Vanessa Seip, Partnerin und Handelsexpertin bei Oliver Wyman, erklärt die Unterschiede zwischen den Ländern: „Deutsche Verbraucher sind seit jeher preissensibel. Sie geben für Lebensmittel deutlich weniger ihres verfügbaren Einkommens aus als die Franzosen“, so Seip. Die Studie unterstreicht damit die besondere Preissensibilität der deutschen Verbraucher. Die aktuelle Inflation und das schwierige wirtschaftliche Umfeld verstärken diese Tendenz noch.

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