Verbrauchertäuschung Imkerverband deckt Honigfälschungen im Einzelhandel auf

Der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund warnt vor gepanschtem Honig in Supermärkten. Bei Laboruntersuchungen enthielten 25 von 30 Proben billigen Zuckersirup. Die Europäische Union plant neue Maßnahmen zur Bekämpfung des Honigbetrugs.

Montag, 07. Oktober 2024, 12:39 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Bildquelle: Getty Images

Der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund warnt vor anhaltender Verbrauchertäuschung durch gepanschten Honig im deutschen Einzelhandel. Bei Laboruntersuchungen von 30 Honigproben aus Supermärkten enthielten 25 billigen Zuckersirup. Das sagte der Vizepräsident des Verbands, Bernhard Heuvel, der Zeitung „Bild“. 

Fälschungen lassen sich selbst im Labor kaum entlarven

„Die Fälschungen hinter den immer niedrigeren Verkaufspreisen sind so raffiniert, dass sie selbst im Labor kaum zu entlarven sind“, erklärte Heuvel. Um gegen die organisierten Honigfälscher vorzugehen, hat sich der Verband mit Importeuren und dem Lebensmittelhandel zusammengeschlossen. Außerdem wurden die EU-Kommission, Verbraucherschutz, Polizei und Europol eingeschaltet. Die Namen der betroffenen Honigmarken können die Imker aufgrund laufender Ermittlungen noch nicht veröffentlichen.

Deutscher Honig deckt nur 30 Prozent des Bedarfs

Das Problem gefälschten Honigs besteht seit längerem. Verbraucherschützer empfehlen den Kauf von Honig aus deutscher Produktion. Allerdings deckt heimischer Honig nur etwa 30 Prozent des deutschen Bedarfs. Den Rest importieren Händler hauptsächlich aus China, der Türkei, der Ukraine und Rumänien.

EU verschärft Kennzeichnungspflicht für Honig

Die Europäische Union hat zu Jahresbeginn auf die Problematik reagiert. Künftig müssen Hersteller das Herkunftsland auf Honigverpackungen deutlich erkennbar angeben. Zudem wird der prozentuale Anteil des Honigs aus den jeweiligen Ländern verpflichtend. Für die Umsetzung dieser neuen Vorgaben gilt eine Übergangsfrist von rund zwei Jahren.

Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch begrüßt die verbesserte Herkunftsregelung, hält sie jedoch für den Kampf gegen Honigbetrug für unzureichend. Die EU-Kommission plant harmonisierte Analysemethoden, damit mit Zucker gestreckter Honig besser erkannt wird. Zusätzlich sollen verstärkte Grenzkontrollen helfen.

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