Regionale Lebensmittel gewinnen in Sachsen trotz Inflation weiter an Bedeutung. Dies zeigt eine aktuelle Studie der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI). Die Nachfrage nach regionalen Produkten bleibt hoch, obwohl der Preis für viele Verbraucher wichtiger geworden ist.
Heute wird Regionalität umfassender betrachtet
Die AMI führte die Untersuchung im Auftrag des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie durch. Heute definiert jeder zweite sächsische Verbraucher das eigene Bundesland als regionale Herkunft. Das war bei der ersten Studie 2018 deutlich anders. Denn damals verstanden die meisten Befragten (41 Prozent) regionale Lebensmittel noch als Produkte aus einem gewissen Umkreis um den eigenen Wohnort.
Für die Studie befragte die AMI nicht nur Verbraucher, sondern auch Direktvermarkter, Bäcker und Fleischer. Zudem führte sie Gespräche mit Vertretern des Lebensmitteleinzelhandels. „Regionalität hat damals wie heute keine einheitliche Definition“, fasst die AMI zusammen. Nicht nur die einzelnen Marktakteure, sondern auch die Gruppen untereinander hätten unterschiedliche Schwerpunkte in ihrer Definition.
AMI berichtet von Herausforderungen für Marktbeteiligte
Die Inflation hat die Nachfrage nach regionalen Produkten gedämpft. Während 2018 nur 59 Prozent der sächsischen Verbraucher angaben, dass der Preis bei der Lebensmittelauswahl eine Rolle spielt, stimmten dem in der aktuellen Studie 71 Prozent zu. Dennoch geben nun 57 Prozent der Befragten an, dass die regionale Herkunft bei ihrer Lebensmittelauswahl wichtig ist – ein Anstieg von sechs Prozentpunkten gegenüber 2018.
Die Corona-Pandemie sorgte zunächst für einen kräftigen Nachfrageboom bei regionalen Lebensmitteln. Der Erhebungszeitraum der aktuellen Studie fiel jedoch in eine Phase hoher Inflation. „Ein Großteil der Marktbeteiligten berichtete deshalb von schwierigen Zeiten, Auslistungen und einem getrübten Blick in die Zukunft“, so die AMI. Trotz dieser Herausforderungen wünscht sich eine große Mehrheit der Verbraucher in Sachsen ein größeres Angebot an regionalen Lebensmitteln.