Rübenkampagne Zuckerwirtschaft blickt angespannt in die Zukunft

Die Zuckerwirtschaft zieht eine positive Bilanz zur zurückliegenden Rübenkampagne. Mit Blick auf die Energieversorgung und andauernde Wettbewerbsverzerrungen steht die Branche dennoch vor großen Herausforderungen.

Donnerstag, 28. April 2022 - Handel
Lebensmittel Praxis
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Nach den trockenen Vorjahren haben sich die Erträge in der abgeschlossenen Saison erholt. 82,4 Tonnen Rüben konnten pro Hektar geerntet werden, im Vergleich zu gut 73 Tonnen im Vorjahr. Auch der Rückgang der Rübenanbaufläche wurde gestoppt. Somit schloss die Rübenkampagne 2021/22 mit einem Anstieg der Zuckererzeugung auf 4,55 Millionen Tonnen Weißzucker. Entscheidend beigetragen hätten dazu die deutlich besseren Witterungsbedingungen in 2021. 

Die Situation für die Zuckerwirtschaft bleibt aber angespannt. „Die EU hat es nicht geschafft, die GAP-Verhandlungen als Chance zu nutzen, Wettbewerbsnachteile durch gekoppelte Prämienzahlungen auszugleichen. Der Klimawandel bringt zudem neue Schädlinge und Krankheiten, für die aktuell keine wirksamen Bekämpfungsmaßnahmen verfügbar sind. Neue Züchtungstechniken könnten Lösungen bieten. Wir hoffen nach wie vor, dass die Bundesregierung die Anwendung unterstützen wird“, sagt Günter Tissen, Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker.

Mit Blick auf die Energieversorgung und andauernde Wettbewerbsverzerrungen stehe die Branche vor weiteren großen Herausforderungen, sagt die Wirtschaftsvereinigung Zucker. Die Branche müsse künftig biogene Reststoffen aus der eigenen Produktion energetisch nutzen. Damit könne dann Zucker nahezu unabhängig von externen Energiequellen und klimaneutral produziert werden. „Allerdings dürfen uns die Regelungen zur Erneuerbaren-Energien-Richtlinie hier keine Steine in den Weg legen. Und bis die Umstellung geschafft ist, müssen wir uns auf eine sichere Versorgung mit gasförmiger Energie verlassen können. Wir dürfen nicht das Nachsehen haben, weil wir uns bereits auf den Weg zur Klimaneutralität gemacht und in neue Technik investiert haben“, mahnt Tissen.

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