Einkaufsstudie Mehrheit achtet auf Haltungsform

Eine Online-Umfrage kommt zu dem Ergebnis, dass für 75 Prozent der Befragten die Haltungsform ein entscheidendes Kriterium beim Kauf von Milchprodukten ist. Tendenziell wären sie auch bereit, mehr für eine höhere Haltungsform zu bezahlen.

Mittwoch, 27. April 2022 - Handel
Lebensmittel Praxis
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Bildquelle: Initiative Tierwohl

In der Studie „Die Bedeutung der Haltungsformen auf Milchprodukten“ untersuchten angehende Handelsbetriebswirte der Food Akademie Neuwied, ob zum einen die Kunden bereit sind, höhere Preise für bessere Haltungsformen zu zahlen und zum anderen der Einzelhändler Wettbewerbsvorteile durch frühzeitige Sortimentsanpassungen erlangen kann. Dazu wurden 650 Personen im Alter von 16 bis über 60 Jahren befragt.

Das Ergebnis: Für 75 Prozent der Befragten ist die Haltungsform ein kaufentscheidendes Kriterium. Bezogen auf das Alter haben aus der Gruppe der 16-25-Jährigen 72%, bei den 26-35-Jährigen 73%, in der Gruppe der 36-45-Jährigen 76% und unter den zwischen 46-60-Jährigen 83% mit „die Haltungsform ist ein kaufentscheidendes Kriterium“ gestimmt.

Mehrzahlungsbereitschaft nach Einkommen

Weiter kommt die Befragung zu dem Ergebnis, dass alle Einkommensgruppen tendenziell bereit sind, mehr für eine höhere Haltungsform zu bezahlen. Mehr als 80% der Befragten sind bereit, bis zu 0,30 Euro mehr für den Liter Milch auszugeben. Auffällig ist, dass bei einem Bruttohaushaltseinkommen von bis zu 4.000€ die Mehrheit bereit ist an die 0,30 Euro und bei einem Bruttohaushaltseinkommen über 4.000€ die Mehrheit sogar bereit wäre, bis zu 0,50 Euro mehr zu bezahlen. Hinsichtlich der Geschlechterverteilung zeigen Frauen eine höhere Zahlungsbereitschaft als Männer.

Auch wurde nach der Anordnung der Milchprodukte in den Regalen gefragt. Hierbei war zu erkennen, dass 75% der befragten Personen eine Anordnung der Milchprodukte kategorisiert nach Haltungsformen im Regal bevorzugen würden. Der Umfrage lässt sich außerdem entnehmen, dass 90% der Teilnehmenden Haltungsform 1 und 35% zusätzlich Haltungsform 2 beim Kauf vermeiden wollen. Im Gegensatz hierzu bevorzugen 65% der Befragten Haltungsform 4. Dies stellt einen bedeutenden Aspekt für die Sortimentsgestaltung dar.

Fazit der Studie: Die in Summe immer älter werdende Gesellschaft wird in Zukunft vermehrt höhere und teurere Haltungsformen bevorzugen und kaufen. Der Einzelhändler kann mit der Sortimentsanpassung und der daraus resultierenden frühzeitigen Eliminierung der Haltungsform 1, sowie der Neuanordnung seiner Kühlregale nach Haltungsformen, Wettbewerbsvorteile erlangen.

Da davon auszugehen ist, dass der Trend der Lieferung von Lebensmitteln zukünftig stark anwachsen wird, stellt  die Einrichtung eines Lieferservices durchaus eine sinnvolle Ergänzung neben dem klassischen Handelsgeschäft dar.

Die Studie „Die Bedeutung der Haltungsformen auf Milchprodukten“ wurde von angehenden Handelsbetriebswirten der Food Akademie Neuwied – Johannes Blum, Julia Hack, Jannik Hofmann, Florian Krumm, Edgar Steiz, Simon Wagner, Alexander Zaschke – im Rahmen eines Studentenprojektes über die Umfrageplattform Honestly erstellt und durchgeführt. Sie lief über einen Zeitraum von zwei Monaten.

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