Agrarwirtschaft Neue Bauernproteste und Regierungspläne

Das Agrar-Bündnis „Wir haben es satt“ will am Samstag, den 22. Januar 2022 für einen Systemwechsel in der Landwirtschaft demonstrieren. Derweil kündigen das Bundesumwelt- und das Agrarministerium eine neue strategische Allianz an.

Mittwoch, 19. Januar 2022 - Handel
Lebensmittel Praxis
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Bildquelle: Kampagne Meine Landwirtschaft

Wegen der Pandemie sollen im begenzten Umfang bis zu 30 Traktoren durch das Berliner Regierungsviertel fahren, teilt das Bündnis mit. Vertreter des Zusammenschlusses wollen ihre Forderungen anschließend an Bundesagrarminister Cem Özdemir übergeben. Mit einer Videoaktion will das Bündnis zudem auf Missstände in der Ernährungsindustrie aufmerksam machen.

Hauptkritikpunkte von „Wir haben es satt“ sind die Marktmacht der großen Einzelhandelsketten mit Preisen, die die Produktionskosten nicht deckten, sowie die Ausrichtung der deutschen und europäischen Agrarindustrie auf den Weltmarkt. Marita Wiggerthale von der Entwicklungsorganisation Oxfam forderte mehr politischen Druck auf die Händler: „Freiwillige Vereinbarungen reichen nicht aus.“

Währenddessen wollen Grünen-Bundesumweltministerin Steffi Lemke und ihr Parteikollege Özdemir nach dpa-Angaben eine „neue strategische Allianz zwischen Umwelt und Landwirtschaft“ begründen, die auch den Verbrauchern zugutekommen sollen. Arbeitsschwerpunkte der beiden Bundesminister sollen nach eigenen Angaben der Schutz der Artenvielfalt und die Bewahrung von Mooren und Wäldern sein. Bis Ostern kündigte Lemke Eckpunkte für ein „Aktionsprogramm natürlicher Klimaschutz“ an. Zur neuen Zusammenarbeit gehöre auch ein „umwelt- und naturverträglicherer“ Einsatz von Pestiziden, sagte Lemke: Bis Ende 2023 wolle Deutschland das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat vom Markt nehmen. Özdemir betonte zugleich, dass ein sicheres und gutes Einkommen, aber auch gesunde Lebensmittel für alle gewährleistet werden müssten.

Auch für eine Neuausrichtung der EU-Fördermittel für Landwirte wollen sich beide Ministerien nach eigenen Angaben einsetzen. Das Fördergeld der EU dürfe nicht wie bisher nur nach Betriebsgröße fließen, sondern müsse stärker daran gekoppelt sein, ob ein Landwirt natur- und umweltfreundlich wirtschafte, erklärte Lemke.

 

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