Getränkeabholmärkte Das Sterben der kleinen Getränkehändler

Eine Marktanalyse von Tradedimensions (Nielsen) kommt zu dem Schluss, dass der Getränke-Einzelhandel durch den harten Preiswettbewerb im LEH und Discount weiter unter Druck steht und die Konzentration des Marktes weiter voranschreiten wird.

Dienstag, 18. Mai 2021 - Handel
Lebensmittel Praxis
Artikelbild Das Sterben der kleinen Getränkehändler
Bildquelle: Kaufland

Die Übernahme von Hövelmann durch Trinks, die Integration der Dursty-Märkte in Getränke Hoffmann sowie das Aufteilen diverser Toom-Märkte an Orterer und Alldrink: Die Liste der Zusammenschlüsse im Getränkehandel ist in den letzten Jahren sehr lang geworden. Große, filialisierte Unternehmen gewinnen beim Getränkehandel die Überhand, wohingegen kleine, inhabergeführte Märkte es zunehmend schwer haben. Chancen bietet laut der Studie „Der Getränkehandel in Deutschland“ der Trend zu Glas-Mehrweg sowie eine verbesserte Infrastruktur und Investitionen in die Digitalisierung.

„Zu beobachten ist, dass die Konsolidierung vor allem die unprofilierten, nicht-filialisierten Getränkefachmärkte betrifft, während sich die sehr professionell geführten filialisierten überdurchschnittlich gut entwickeln“, wird Andreas Vogel, Vorstand des Verbandes des Deutschen Getränke-Einzelhandels, in der Studie zitiert.  

Dabei geht die Konzentration nicht zu Lasten der Wirtschaftskraft des Gesamtmarktes. So prognostizieren die Analysten für das Jahr 2021 ein Umsatzwachstum von 3,9 Prozent auf 14,9 Milliarden Euro (hauptsächlich Großhandel und regiegeführte Abholmärkte). Die Anzahl der Getränkeabholmärkte wird laut der Prognose bei 7.820 liegen. Zum Vergleich: Im Jahr 2018 lag diese Zahl bei 8.954.

Zu den Top-Unternehmen gehörten in 2020 weiterhin Trinks, Nordmann, Essmann und Trinkgut, die alle in der Pandemie moderat zulegen konnten. Auffallend ist, dass sich der Lebensmittel-Einzelhandel zunehmend von der Getränke-Sparte löst. So konnten Orterer und Alldrink signifikant durch die Übernahmen von Toom- (Rewe) und Profi-Märkten (Edeka) wachsen. Zu den Verlierern im Pandemiejahr gehörten erwartungsgemäß jene Händler, die einen hohen Anteil an Gastronomiekunden haben, wie Pfeifer und GGS. „Der Umsatzeinbruch konnte trotz Zuwachs im Einzel- und Großhandel in einigen Fällen nicht kompensiert werden“, heißt es in der Studie. GGS beispielsweise verlor fast die Hälfte seines Umsatzes.

Das Erstarken digitaler Angebote wie Flaschenpost, sieht Verbandsmann Andreas Vogel als Herausforderung für den stationären Handel. Das Geschäftsmodell sei vor allem für jüngere online-affine Konsumenten sehr interessant, um nun auch Getränke via App bestellen zu können. „Da diese sogenannte Generation Z (18 - 25 Jahre) zumindest bis dato in Getränkefachmärkten eher unterrepräsentiert ist, wird es eine große Herausforderung für den Getränke-Einzelhandel sein, diese wichtige Zielgruppe auch mittels eigener digitaler Angebote und Lieferdienste verstärkt für sich gewinnen zu können.“

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