Automatisierte Computerprogramme, sogenannte Bots, haben den Online-Verkauf von Weihnachtsfiguren des Toniebox-Herstellers Tonies massiv gestört. Wie das Unternehmen mitteilte, gingen zahlreiche Kunden beim Verkaufsstart am Mittwoch leer aus, weil unseriöse Händler mit Bots die Webseite lahmlegten.
Unmut in den Sozialen Medien
Die Firma hatte auf ihrer Webseite neue Weihnachtsfiguren zum Verkauf angeboten. Doch statt bei den Kunden landeten die begehrten Produkte offenbar in großem Umfang bei Wiederverkäufern, die sich mithilfe automatisierter Programme Vorteile verschafften. In sozialen Medien äußerten Kunden ihren Unmut. Plötzlich seien zuvor gefüllte Warenkörbe wieder leer gewesen, berichteten Nutzer auf Instagram. „Ich fühle mich echt veräppelt“, schrieb eine Nutzerin.
Tonies veröffentlichte nach den Problemen ein Entschuldigungsschreiben an die Kundschaft. „Es tut uns aufrichtig leid, dass es momentan nicht so läuft, wie es sollte“, hieß es darin. Das Unternehmen räumte ein, dass Wiederverkäufer regelmäßig versuchten, sich mit Bots größere Mengen der Produkte zu sichern. Obwohl die Firma nach eigenen Angaben die Serverkapazitäten erhöht und Gegenmaßnahmen ergriffen hatte, hätten die Bots die Webseite mit der schieren Menge an Anfragen überlastet.
Dem in sozialen Medien geäußerten Verdacht, Tonies verknappte die Produkte künstlich, um den Kaufanreiz zu steigern, widersprach das Unternehmen. Man habe die Produktionsmengen deutlich erhöht, teilte die Firma mit. Die für Kinder konzipierte Toniebox wird seit 2016 verkauft. Figuren – sogenannte Tonies – werden auf eine würfelförmige Lautsprecher-Box gesetzt, um Hörspiele, Musik oder eigene Aufnahmen abzuspielen.