Schilf-Glasflügelzikade Zuckerwirtschaft schlägt wegen Schädling Alarm

Die Schilf-Glasflügelzikade breitet sich immer weiter in deutschen Zuckerrübenanbaugebieten aus. Deshalb schlägt die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ) Alarm. Sie fordert von der Politik dringend Gegenmaßnahmen.

Freitag, 31. Juli 2026, 12:43 Uhr
Thomas Klaus
Die Schilf-Glasflügelzikade ist eine Herausforderung für den Pflanzenbau. Die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker fordert von der Politik dringend Gegenmaßnahmen. Bildquelle: Getty Images

Aktuelle Monitoringdaten zeigen eine weitere Ausbreitung der Schilf-Glasflügelzikade in Regionen Bayerns, Hessens, Sachsen-Anhalts, Niedersachsens und im rheinischen Anbaugebiet. Darüber informiert die WVZ. Gleichzeitig begann der Zikadenflug nach WVZ-Angaben in diesem Jahr deutlich früher als 2025. An vielen Standorten lagen die Fangzahlen über dem Vorjahresniveau, teilweise kam es innerhalb weniger Tage zu starken Populationsanstiegen. Nach derzeitiger Einschätzung habe die Hitzewelle Ende Juni offenbar den Zikadenflug deutlich begünstigt, so die WVZ.

Größte pflanzenbauliche Herausforderung

„Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass der SBR-Komplex die größte pflanzenbauliche Herausforderung für den deutschen Zuckerrübenanbau bleibt. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre machen deutlich: Nur ein integrierter Ansatz aus Pflanzenschutz, Fruchtfolge, Pflanzenstärkung und Züchtung kann die Ausbreitung wirksam begrenzen“, erklärt Stefan Streng, Vorsitzender der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker.

Der SBR-Komplex ist ein Krankheitskomplex bei Zuckerrüben und anderen Kulturen, der durch zwei bakterielle Erreger ausgelöst und über den Schädling Schilf-Glasflügelzikade übertragen wird. 

Notfallzulassungen müssen möglich bleiben

Die WVZ sieht weiterhin erheblichen politischen Handlungsbedarf. Notfallzulassungen von speziellen Pflanzenschutzmitteln müssen nach ihrer Auffassung auch im Jahr 2027 möglich bleiben, solange keine dauerhaft verfügbaren und wirksamen Alternativen zur Verfügung stehen. Notfallzulassungen gelten maximal 120 Tage und sind streng kontrolliert. Sie werden nur erteilt, wenn ein akuter Schädlings- oder Krankheitsbefall anders nicht beherrschbar ist.

Zudem braucht es aus WVZ-Sicht beschleunigte und vereinfachte Zulassungsverfahren für innovative Pflanzenschutzlösungen, eine stärkere öffentliche Förderung von Forschung und Züchtung sowie dauerhaft praxistaugliche Regelungen zur Schwarzbrache. Nur mit diesen Rahmenbedingungen lasse sich der integrierte Ansatz gegen den SBR-Komplex wirksam umsetzen.

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