Tarifverhandlungen Süßwarenindustrie in Hessen einigt sich auf neuen Tarifvertrag

Arbeitgeber und die Gewerkschaft NGG haben sich in der hessischen Süßwarenindustrie auf einen Tarifabschluss mit 24 Monaten Laufzeit geeinigt. Die Entgelte steigen in mehreren Stufen um insgesamt rund 6,1 Prozent. Die Gewerkschaft hatte ursprünglich deutlich mehr gefordert.

Mittwoch, 29. Juli 2026, 09:50 Uhr
Theresa Kalmer
Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) vertritt nach eigenen Angaben mehr als 200 überwiegend mittelständische Süßwarenhersteller mit rund 60.000 Beschäftigten. Bildquelle: Manuel Glasfort

Die Süßwarenindustrie in Hessen hat einen neuen Tarifabschluss erzielt. Arbeitgeber und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) einigten sich am 28. Juli 2026 in der zweiten Verhandlungsrunde auf ein Paket mit einer Laufzeit von 24 Monaten, wie der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) mitteilte.

Der Abschluss sieht eine Erhöhung der Entgelte um 2,9 Prozent zum 1. Juli 2026 vor, gefolgt von einer weiteren Steigerung um 0,3 Prozent zum 1. Dezember 2026. Zum 1. Juli 2027 steigen die Entgelte erneut um 2,9 Prozent. Zusätzlich erhalten die Beschäftigten im September 2026 und im Juni 2027 jeweils eine Erholungsbeihilfe von 80 Euro, Teilzeitbeschäftigte anteilig. Auszubildende bekommen die prozentualen Erhöhungen in gleicher Höhe, die Erholungsbeihilfen fallen mit jeweils 40 Euro jedoch geringer aus. Der Tarifvertrag läuft vom 1. Mai 2026 bis zum 31. Mai 2028, wobei der Juni 2026 als sogenannter Leermonat ohne Erhöhung bleibt.

Die Gewerkschaft NGG war mit deutlich höheren Forderungen in die Verhandlungen gegangen. Sie hatte eine Laufzeit von nur zwölf Monaten und eine Entgelterhöhung von 5,8 Prozent verlangt – mindestens jedoch 225 Euro. Der nun vereinbarte Abschluss bleibt damit erheblich hinter den ursprünglichen Forderungen zurück.

BDSI sieht wirtschaftliche Belastungsgrenze erreicht

„Gemeinsam mit unserem Sozialpartner NGG haben wir einen Kompromiss gefunden“, sagte Mario Mundorf, tarifpolitischer Geschäftsführer des BDSI, laut der Mitteilung. Die lange Laufzeit verschaffe den Unternehmen Planungssicherheit bei den Personalkosten. Zugleich sei „mit dieser Einigung aber auch die wirtschaftliche Belastungsgrenze der Unternehmen erreicht“, so Mundorf.

Der BDSI vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von mehr als 200 überwiegend mittelständischen Süßwarenherstellern in Deutschland. Die Branche beschäftigt den Angaben zufolge rund 60.000 Mitarbeiter und erwirtschaftet etwa zehn Prozent des Umsatzes der deutschen Ernährungsindustrie.

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