Rund 250.000 Beschäftigte im hessischen Handel erhalten mehr Geld. Der Handelsverband Hessen und die Gewerkschaft Verdi haben sich auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt, wie beide Seiten mitteilten. Die Gehälter steigen demnach in zwei Stufen um insgesamt 5 Prozent: Ab dem 1. Juli 2026 gibt es 3 Prozent mehr, ab dem 1. April 2027 weitere 2 Prozent. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 25 Monaten. Zudem steigt der tarifliche Mindestlohn.
Laut der Einigung profitieren die unteren Entgeltgruppen besonders stark von der Erhöhung. Verdi-Verhandlungsführer Marcel Schäuble zeigte sich zufrieden mit der Regelung. Nico Lehm, Vorsitzender der Tarifkommission in Hessen, verwies auf die schwierige Lage im Handel. „Eine Verbesserung der Konsumstimmung ist weiterhin nicht in Sicht“, zitierte ihn der Handelsverband in seiner Mitteilung. Der Abschluss solle den Betrieben Planungssicherheit geben.
Die Einigung in Hessen reiht sich in eine Serie von Tarifabschlüssen im deutschen Handel ein. Erst am Vortag hatten sich Verdi und die Arbeitgeber auf einen neuen Tarifvertrag für den Großhandel in Berlin und Brandenburg geeinigt. Dort steigen die Löhne ebenfalls um insgesamt 5 Prozent – rückwirkend ab dem 1. August 2026 um 2,9 Prozent und ab dem 1. Mai 2027 um weitere 2,1 Prozent. Zudem gilt dort ab 2027 ein Mindeststundenlohn von 14,90 Euro.
Für den Einzelhandel in Berlin und Brandenburg steht ein Abschluss dagegen noch aus. Auch in Rheinland-Pfalz einigten sich die Tarifparteien auf eine Erhöhung um insgesamt 5 Prozent für rund 150.000 Beschäftigte im Einzel- und Versandhandel. Dort steigt der tarifliche Mindeststundenlohn ab August 2026 auf 14,20 Euro und ab Mai 2027 auf 14,90 Euro.
