Qualitätskontrolle per Röntgen Großbäckerei Emil Reimann spürt Fremdkörper mit KI auf

Die sächsische Großbäckerei Emil Reimann setzt seit einem Jahr Künstliche Intelligenz ein, um Verunreinigungen in Backwaren zu erkennen. Die Software analysiert Röntgenbilder und findet selbst kleinste Steinreste. Besonders anspruchsvoll ist die Prüfung von Dresdner Stollen.

Donnerstag, 23. Juli 2026, 10:47 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Beliebtes Weihnachtsgebäck: Dresdner Stollen schmeckt vielen Verbrauchern. Die Großbäckerei Emil Reimann setzt auf modernste Technik, damit ihr Stollen frei von Fremdkörpern bleibt. Bildquelle: Getty Images

Die sächsische Großbäckerei Emil Reimann nutzt seit einem Jahr Künstliche Intelligenz, um Fremdkörper in ihren Backwaren aufzuspüren. Die Technologie analysiert Röntgenaufnahmen der fertigen Produkte und erkennt selbst kleinste Verunreinigungen wie Steinreste, wie Nadine Sorkalla, Qualitätsmanagementbeauftragte des Unternehmens, erläuterte.

Die KI kommt am Ende des Verpackungsprozesses zum Einsatz. „Das ist der letzte Eingriff in das Produkt, bei dem sich entscheidet, ob es an den Verbraucher geht oder hier im Unternehmen bleibt“, sagte Sorkalla. Fremdkörper wie kleine Steinreste lassen sich nicht ganz vermeiden, da sie durch Zutaten aus internationalen Lieferketten in die Backwaren gelangen können. Betroffen sind vor allem naturbelassene Rohstoffe wie Sultaninen, Mandeln oder Gewürze. In der Vergangenheit gab es Probleme mit Sultaninen aus dem Iran, woraufhin das Unternehmen den Lieferanten wechselte.

Der Dresdner Stollen stellt die Software vor besondere Herausforderungen. „Das ist kein homogenes Produkt. Sie haben Mandeln auf der Zunge, Sie haben Früchte auf der Zunge, Sie haben Sultaninen und unterschiedlichste Konsistenzen“, sagte Sorkalla. Die KI muss zuverlässig unterscheiden, was im Produkt bleiben soll und was aussortiert werden muss, etwa Steine, Stiele und Kernreste. Die Bäckerei hat die Technologie schrittweise weiterentwickelt und seit einigen Wochen ein zweites Gerät mit dieser Software im Einsatz.

Emil Reimann produziert drei Millionen Stollen pro Saison

Das Traditionsunternehmen Emil Reimann betreibt seine Backstube seit 2003 in Dresden und beschäftigt dort etwa 50 feste Mitarbeiter und 150 Saisonkräfte. Die Bäckerei wurde 1910 als Sächsische Brotfabrik-Union in Chemnitz gegründet und zu DDR-Zeiten enteignet. Heute unterhält das Unternehmen Filialen hauptsächlich in Sachsen und Baden-Württemberg sowie einzelne Standorte in Thüringen und Bayern.

Die Stollenproduktion läuft seit dem ersten April. Pro Saison verlassen rund drei Millionen Stück die Backöfen und gehen nach Deutschland sowie auf den internationalen Markt, etwa in die USA, nach Japan oder nach Osteuropa, wie das Unternehmen mitteilte.

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