Konzernumbau Nestlé steigert organisches Wachstum und verkauft Wassergeschäft

Der Schweizer Nahrungsmittelriese Nestlé profitiert von höheren Verkaufsmengen und Preisen. Zugleich holen die Schweizer für ihr Wassergeschäft einen Investor ins Boot – und treiben so den Umbau voran.

Donnerstag, 23. Juli 2026, 10:43 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Nestlé ist der größte Lebensmittelkonzern der Welt, hatte aber zuletzt mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Bildquelle: Nestlé

Der Lebensmittelkonzern Nestlé hat im ersten Halbjahr 2026 sein organisches Wachstum auf 3,6 Prozent gesteigert. Das Unternehmen profitierte dabei von höheren Preisen und gestiegenen Absatzmengen, wie der Konzern mitteilte. Nominal sank der Umsatz wegen negativer Wechselkurseffekte allerdings um 2,5 Prozent auf 43,1 Milliarden Franken (46,4 Milliarden Euro). Unter dem Strich verdiente Nestlé mit knapp 3,5 Milliarden Franken (3,76 Euro) fast ein Drittel weniger als vor einem Jahr.

Zugleich hat Nestlé eine Lösung für sein Wassergeschäft gefunden. Der Konzern gründet dafür ein Gemeinschaftsunternehmen namens Peranel mit der US-Beteiligungsgesellschaft Platinum Equity. Beide Partner halten je die Hälfte an dem Joint Venture. Der Deal bewertet das Geschäft mit Marken wie Perrier und San Pellegrino mit 4,9 Milliarden Euro. Nestlé nimmt den Angaben zufolge 2,8 Milliarden Franken aus dem Teilverkauf ein. Peranel soll mehr als 30 Marken und Produkte umfassen, die in 120 Ländern verkauft werden.

Das Wassergeschäft galt schon länger als Sorgenkind. Nestlé hatte bereits angekündigt, sich davon trennen zu wollen. Die Auslagerung in ein Gemeinschaftsunternehmen ist Teil des Konzernumbaus unter dem neuen Nestlé-Chef Philipp Navratil.

Nestlé kämpft mit hohen Kosten für Kaffee und Kakao

Der Konzern profitierte zuletzt vom Wachstum in aufstrebenden Märkten und einer größeren Nachfrage nach Kaffee und Heimtiernahrung. Das organische Wachstum beschleunigte sich im zweiten Quartal etwas im Vergleich zum Jahresauftakt. Auf der Profitabilität lasteten allerdings anhaltend hohe Kosten für Kaffee und Kakao, hinzu kamen die US-Zölle sowie höhere Investitionen in Werbung.

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