Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten hat für Donnerstag zu Warnstreiks beim Lebensmittelhersteller Dr. Oetker aufgerufen. Betroffen sind die Standorte in Bielefeld und Oerlinghausen, an denen rund 2.500 Beschäftigte für Dr. Oetker und dessen Tochterfirmen arbeiten, wie die Gewerkschaft mitteilte. An beiden Standorten stellt das Unternehmen unter anderem Müsli, Backmischungen und weitere Backzutaten her.
Hintergrund des Arbeitskampfes ist ein Tarifkonflikt. Die Gewerkschaft fordert eine Lohnerhöhung von 5,7 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Der bisherige Tarifvertrag war im April ausgelaufen. Dr. Oetker wollte sein Angebot gegenüber der Deutschen Presse-Agentur nicht beziffern. Nach Angaben der Gewerkschaft bietet das Unternehmen bislang lediglich ein Entgeltplus von 2 Prozent an.
„Das reicht nicht aus und wird der Leistung der Beschäftigten nicht gerecht“, zitierte die Gewerkschaft ihren Verhandlungsführer Thorsten Kleile. Die Geduld vieler Beschäftigter sei begrenzt. „Nach drei Verhandlungsrunden muss festgestellt werden: Ohne Druck bewegt sich nichts“, so Kleile weiter. Für die vierte Verhandlungsrunde am 8. Juli erwarte die Gewerkschaft ein deutlich verbessertes Angebot des Unternehmens.
Neben der Produktion von Lebensmitteln befinden sich an den betroffenen Standorten den Angaben zufolge auch Verwaltung, IT-Abteilungen und weitere Konzernbereiche. Ob und in welchem Umfang die Warnstreiks die Produktion beeinträchtigen, blieb zunächst offen.